Schlagwort-Archive: Stadion

In Anfield (noch) nichts Neues


Veröffentlicht am 23. Oktober 2015

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Unter dem Dach überhitzter Berichterstattung trennen sich Liverpool und Rubin Kasan 1:1

Der FC Liverpool spielt unter Jürgen Klopp wie unter Brendan Rodgers keinen erfolgreichen Fußball. Das liegt weniger am jeweiligen Trainer, sondern vielmehr an dem vom Transfer-Komitee des Clubs zusammengestellten Kader. Die Spieler sind das Problem des FC Liverpool. Was sollte der ehemalige Dortmunder Klopp in zwei Wochen Amtszeit daran grundlegend ändern? Gegen Rubin Kasan spielte man in der Europa League im eigenen Stadion 1:1, wobei der Ausgleichstreffer erst in Überzahl gelang. Kasan spielte ab der 37. Minute wegen einer Gelb-Roten-Karte dezimiert. Heimische Sportmedien haben sich selten für Brendan Rodgers und den FC Liverpool interessiert, sind nun die großen Experten für das Thema. In englischen Medien und bei dortigen Fans ist man nach der Klopp-Hysterie langsam in der Normalität angekommen, ahnt die Schwere der Aufgabe, den FC Liverpool wieder nach oben zu führen. Teile der Medien heizen den Kessel Liverpool und Klopp natürlich weiter an, um den entstehenden Dampf noch lange unters Fußballvolk bringen zu können. Dabei stört nur etwas der Fußballalltag mit seinen realen Ergebnissen. Weiterlesen

Das Buch zum Bau


Veröffentlicht am 13. Oktober 2015

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Wie die Alte Försterei neu entstand

„Das ist’s ja, was den Menschen zieret,
Und dazu ward ihm der Verstand,
Daß er im innern Herzen spüret,
Was er erschafft mit seiner Hand.“
(Friedrich Schiller, Die Glocke)

Am Horizont dämmert das Weihnachtsfest, Supermärkte befeuern die Kunden trotz eines schönen Spätsommers schon längst mit Stollen und Zimtsternen. In guter Tradition und in früher Voraussicht bietet Magath & Fußball auch für 2015 wieder Tipps für den Gabentisch. Heute die erste Empfehlung. Fußball und Klassiker passen manchmal zueinander, man muss nur hinschauen. In Schillers Glocke wird die Tat der Arbeit besungen und das geschaffene Werk gelobt. Im Mittelpunkt großer Literatur steht der Mensch, grandiose Romane handeln von bedeutenden Taten. Auch Biographien und Sachbücher vermögen es des Öfteren, einen Sog zu erzeugen, der den Leser und Betrachter auf die Seiten zieht, diesen an Texte und Bilder bannt. Ein solches Faszinosum ist das bereits 2009 im kleinen aber feinen Berliner Verlag „edition else“ erschienene „Buch zum Bau“. Es handelt vom Fußball, obwohl darin der Ball nicht rollt, Trainerstimmen stumm bleiben, Profis nicht die Hauptrolle spielen, selbst Funktionäre das elegante Stilmittel der Zurückhaltung beherrschen. Die Hauptrolle auf der Bühne dieses Buches wird denen überlassen, deren Anwesenheit und Notwendigkeit den Fußball erst zu einem Fest und Ereignis machen. Weiterlesen

Vernunft und Solidität


Veröffentlicht am 3. Juni 2015

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Ein Interview mit Union-Präsident Dirk Zingler

Dirk Zingler führt den 1. FC Union Berlin seit dem 1. Juli 2004 als Präsident. Damals spielten die Berliner noch in der Regionalliga und stiegen am Saisonende sogar in die Oberliga ab. Der danach folgende Union-Aufstieg bis in Liga zwei und der Stadionbau der Fans an der Alten Försterei sind untrennbar mit seinem Namen verbunden. Kurz vor Saisonende stellte sich Dirk Zingler den Fragen der Deutschen Presseagentur (dpa). Hier gibt es das Interview in voller Länge. Weiterlesen

Turin zeigt hässliches Gesicht


Veröffentlicht am 27. April 2015

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„Es tut mir leid, was passiert ist. Auf dem Platz hatten wir ein faires, fesselndes Spiel. Daran sollte allen am Sport Beteiligten gelegen sein. Leider aber sind wir in Italien noch immer hinterher – und bis die Verantwortlichen beginnen, die nötigen Maßnahmen einzuleiten, wird das auch so bleiben. Das gilt für den Fußball wie für unsere ganze Nation. Wir müssen viele Dinge verbessern, damit die Leute wieder ins Stadion kommen. Bei allem, was momentan in italienischen Stadien passiert, würde wohl nur ein Verrückter seine Kinder mit zu den Spielen nehmen.“

(Massimiliano Allegri, Trainer Juventus Turin, The Guardian, 27. April 2015)

Der Mann aus Markranstädt


Veröffentlicht am 25. Januar 2015

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Nur ein Deutscher leitete jemals ein WM-Endspiel

Dieser FIFA-Präsident war noch Fußball und guter Stil, Marketing und Geld dominierten nicht das Spiel und dessen Umfeld. Daher kümmerte sich der Engländer Sir Stanley Rous persönlich um das von den Endspielteilnehmern aufgeworfene Problem der Schiedsrichterbesetzung des bevorstehenden WM-Finales im Aztekenstadion. Das am 21. Juni 1970 in Mexiko-Stadt stattfindende Ereignis brauchte dringlich einen Unparteiischen. Die Italiener wollten keinen Schiedsrichter aus Südamerika akzeptieren, die Brasilianer verweigerten sich gegen die prominenten Schiedsrichter aus den europäischen Spitzenverbänden. Der Spielraum also äußerst gering. Bei Stanley Rous war nicht nur der Weltverband in guten Händen, er verstand auch etwas von den Regeln und Notwendigkeiten. Immerhin war der Mann in seiner Jugend ein erfolgreicher Schiedsrichter, leitete in seiner aktiven Zeit 34 Länderspiele und als Höhepunkt dieser Karriere das FA Cup Endspiel 1934 in Wembley. Weiterlesen

Auf den Gabentisch – Weihnachtsempfehlung I


Veröffentlicht am 14. Dezember 2014

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Berliner Fußballplätze und Stadien

Fußball einmal anders. Aber pur und mit Genuss. Arm und sexy bezeichnete ein Berliner Bürgermeister seine Stadt. Er vergaß dabei etwas fundamentales, Berlin war stets sportlich, immer fußballverrückt und ständig in Bewegung. „Der Berliner hat keine Zeit. Er hat immer etwas vor, er telefoniert und verabredet sich, kommt abgehetzt zu einer Verabredung und etwas zu spät – und hat sehr viel zu tun“, so einst Kurt Tucholsky, Berlins großer Journalist in einem seiner unvergessenen Wortgebilde über Deutschlands Hauptstadt. Wenn Tucholsky zum Buch griff, übertitelte er seine Rezensionen „Auf dem Nachttisch“. Diese Weihnachtsempfehlung unserer Redaktion hätte er dort sicher gern platziert. Ein engagiertes und kundiges Autorenteam hat im Verlag „edition else“ unter dem Titel „Rasen der Leidenschaften“ den Fußball Berlins anhand der Geschichte seiner Stadien und Fußballplätze eingefangen. Über ein Jahrhundert Berliner Fußballgeschichte wurden sachkundig dokumentiert, Freud und Leid einer Großstadt und seiner Menschen spiegeln sich in den Porträts der Fußballorte. Denoch ist dieses Buch kein lokal begrenztes Kompendium der Berliner Fußballbiographie, sondern vielmehr ein beeindruckendes Zeugnis deutscher und europäischer Fußballkultur. Dieses Buch kommt trotz historischer Last nie angestaubt oder antiquiert daher, es prickelt frisch und hebt den Blick erhellend, erzählt auch vom vibrierenden Temperament der Stadt Berlin und lädt zum sofortigen Spaziergang durch die Metropole an der Spree ein. Damit auch ein kommunikatives wie familienfreundliches Buch. Weiterlesen

Reading FC – Fulham FC 3:0 (1:0)


Veröffentlicht am 13. September 2014

Sky Bet Championship Saison 2014/15 – 6. Spieltag

Aufstellung Reading FC
Federice – Obita, Pearce, Hector, Gunter (C) – Taylor, Akpan (80. Edwards), Norwood, Mackie (78. Blackman) – Murray (67. Pogrebnyak), Cox
Trainer: Nigel Adkins

Aufstellung Fulham FC
Kiraly – Kavanagh, Burn, Bodurov, Voser (55. Zverotic) – Hyndman (45. Christensen), Parker (C), Hoogland – McCormick, Smith, David (78. Roberts)
Ersatzbank: Bettinelli, Hutchinson, Roberts, Rodallega, Christensen, Zverotic, Stafylidis
Trainer: Felix Magath

Statistik
Tore: 1:0 Murray (15.), 2:0 Murray (54.), 3:0 Blackman (85.)

Gelbe Karten: Fulham (Hyndman, Voser, Kavanagh), Reading (Blackman)
Rote Karten: Smith (Fulham, 18.)
Schiedsrichter: Mike Jones
Zuschauer: 18.790 (Madejski Stadium, Reading)

Statement Felix Magath

„Sicher machte Matt einen Fehler, aber schon nach Sekunden wurde er gefoult, was ihn sehr frustriert hat. Er ist ein sehr guter Kerl, und er entschuldigt sich bei allen. Er wird ein wichtiger Spieler für uns, da bin ich mir sicher. Unser Torhüter sagte mir auch, jemand erwischte ihn am Arm beim zweiten Tor. Diese Dinge sind natürlich frustrierend für uns und die Fans. Ich interessiere mich immer für die Situation und Stimmung bei den Fans, sie unterstützen uns sehr gut. Was heute passiert ist, war wirklich schrecklich für die Fans. Wir müssen uns nun auf Nottingham vorbereiten und wir müssen gewinnen.“

Tabellensituation nach Spieltag 6
Fulham FC | Platz 24 – 1 Punkt, 3:13 Tore, 6 Spiele

Redaktion Magath & Fußball

Ipswich Town


Veröffentlicht am 8. August 2014

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Der Fulham FC reist zum Saionauftakt nach Ipswich

Zwischen dem Craven Cottage und dem Stadion von Ipswich Town liegen 150 Kilometer. Beschauliche Stadt mit ca. 140.000 Einwohnern, liegt Ipswich an der Mündung des Flusses Orwell in der Grafschaft Suffolk im Osten Englands. Die Stadt ist der Geburtsort des legendären Kardinal Thomas Wolsey, Lordkanzler unter dem berüchtigten Tudorkönig Heinrich VIII.  Ipswich verfügt über einen florierenden Handelshafen, in dem mehrere Millionen Tonnen Frachtgut im Jahr umgeschlagen werden. Und was dem Briten so teuer wie dem Deutschen, die Stadt verfügt seit 1746 über eine legendäre Brauerei, die Greene King Brewery. Großer Stolz der Stadt Ipswich und der Menschen ist natürlich ihr Fußballverein, der Ipswich Town Football Club. Tradition allerorten. Stadt, Menschen und Verein leben den Fußball gemeinsam, eine ganze Region steht zu ihren „Tractor Boys“, identifiziert sich mit Club und Spielern. Unter dem legendären Alf Ramsey sicherte sich Ipswich Town in der Saison 1961/62 den englischen Meistertitel. Eine andere herausragende Persönlichkeit der englischen Managerzunft lenkte die Geschicke der zweiten Erfolgsphase des Vereins. Unter Bobby Robson holte der Club den FA Cup mit einem 1:0 im Wembley Stadion über Arsenal London. 1981 folgte der Sieg im UEFA Cup Endspiel gegen den AZ Alkmaar. Bis heute größter Triumph der Vereinsgeschichte. Die Erfolgsmanager wurden später geadelt, heute stehen die Statuen von Sir Alf Ramsey und Sir Bobby Robson vor dem Portman Road Stadium, der 30.000 Zuschauer fassenden Heimstätte von Ipswich Town im klassischen englischen Stadionstil. Nach Bobby Robson ist außerdem auch eine Tribüne benannt. Weiterlesen

Licht und Fado


Veröffentlicht am 21. Mai 2014

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Im „Estádio da Luz“ steigt das CL-Finale 2014

Von außen ist ein Fußballstadion selten ein schöner Ort, seine Funktionalität und Aufgabe verbietet den großen Glanz, auch manch Lichtspiel kann darüber nicht hinwegtäuschen. Nähert man sich einem Stadion und betritt es, verschieben sich die Perspektiven, die Betrachtung wird milder. Menschen in der Erwartung auf Fußball machen den Ort lebendig und von innen schön, das Stadion wird dann zur Kathedrale des „kleinen Mannes“. „A Catedral“ nennt der portugiesische Volksmund auch das Lissaboner Stadion „Estádio da Luz“, selbst im Deutschen klingt es noch nach einem Filmtitel für den Emotionskanal: „Stadion des Lichts“. Weiterlesen