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Verkehrte Welt


Veröffentlicht am 6. Oktober 2015

Überraschender Tabellenführer in Spanien ist nach sieben Spieltagen der FC Villareal.

Überraschender Tabellenführer in Spanien ist nach sieben Spieltagen der FC Villarreal.

Spannung in der Primera División

Es ist noch nicht allzu lange her, da wurde in der Bundesliga allerorts vor sogenannten „spanischen Verhältnissen“ gewarnt. Gemeint war damit die sich anbahnende Über-Dominanz der Bayern und Dortmunder, die zwischen Hamburg und Stuttgart, Gelsenkirchen und Bremen für lange Gesichter sorgte. Ein Zweikampf auf unbestimmte Dauer zeichnete sich ab, ähnlich dem, der in der Primera División seit Jahrzehnten schon tobt. Von den letzten 31 ausgespielten Meisterschaften gingen in Spanien 26 mit bisweilen riesengroßen Abständen entweder an Real Madrid oder den FC Barcelona, nur Atlético Madrid (1996, 2014), der FC Valencia (2002, 2004) sowie Deportivo La Coruña (2000) schafften es, in die elitäre Phalanx der Dauerrivalen einzubrechen. Ein ähnliches Szenario deutete sich an, als Borussia Dortmund unter Jürgen Klopp den Bayern einige Jahre in Folge gehörig auf die Pelle rückte, 2011 und 2012 sogar zweimal in Serie den Titel gewann und gemeinsam mit dem Rekordmeister alle anderen Clubs deutlich distanzierte.

In der Bundesliga ist die Angst vor einem dauerhaften Zweikampf um die Schale nunmehr längst der Realität eines bajuwarischen Meisterschaftsmonopols gewichen, von „spanischen Verhältnissen“ spricht niemand mehr. Dagegen wirkt die Primera División nach sieben absolvierten Runde 2015/16 ebenso erfrischend wie erstaunlich ausgeglichen. Das Tabellenbild spricht eine durchaus gewöhnungsbedürftige Sprache: Die Mannschaften auf den ersten acht Plätzen trennen lediglich fünf Punkte, Triple-Sieger Barcelona hat öfter verloren als der SD Eibar und Celta Vigo hat genauso viele Treffer erzielt wie das Starensemble der Königlichen um Super-Kanonier Cristiano Ronaldo.

Am siebten Spieltag konnte kein Club der Top-Sechs einen Dreier landen, dafür gewannen sowohl der vormalige Tabellen-15. und 16. als auch der 18. und 19. ihre Partien allesamt. Gleich vier Teams verpassten den Sprung an die Tabellenspitze, die trotz einer 0:1-Niederlage in Levante nun über die Länderspielpause hinweg der FC Villarreal innehält. Das „gelbe U-Boot“ nach sieben Spielen bei fünf Siegen und 16 Punkten angelangt, dicht gefolgt von Real Madrid, Celta Vigo und dem FC Barcelona (alle 15 Zähler). Real kam im Stadtderby gegen Atlético nur zu einem glücklichen 1:1, Celta im Heimspiel gegen Getafe nicht über ein 0:0 hinaus und Barca scheiterte beim FC Sevilla an sich selbst, verlor nach fünf Aluminiumtreffern im Estadio Ramón Sánchez Pizjuán sogar mit 1:2. Zwar bleibt zu befürchten, dass diese Ausgeglichenheit an der Spitze der wohl besten Liga der Welt nicht bis zum Saisonende anhalten wird, in der Bundesliga hätten wir die gegenwärtigen „spanischen Verhältnisse“ dennoch liebend gern.

Redaktion Magath & Fußball

Turin zeigt hässliches Gesicht


Veröffentlicht am 27. April 2015

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„Es tut mir leid, was passiert ist. Auf dem Platz hatten wir ein faires, fesselndes Spiel. Daran sollte allen am Sport Beteiligten gelegen sein. Leider aber sind wir in Italien noch immer hinterher – und bis die Verantwortlichen beginnen, die nötigen Maßnahmen einzuleiten, wird das auch so bleiben. Das gilt für den Fußball wie für unsere ganze Nation. Wir müssen viele Dinge verbessern, damit die Leute wieder ins Stadion kommen. Bei allem, was momentan in italienischen Stadien passiert, würde wohl nur ein Verrückter seine Kinder mit zu den Spielen nehmen.“

(Massimiliano Allegri, Trainer Juventus Turin, The Guardian, 27. April 2015)

Kleine Erbse ganz groß


Veröffentlicht am 23. April 2015

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Real Madrid und Juventus Turin komplettieren Halbfinale

Der Bann ist gebrochen, Real kann ein Stadtderby doch noch gewinnen. Der erste Sieg über Atlético im achten Vergleich der laufenden Spielzeit brachte die Königlichen auf dem Weg in Richtung Titelverteidigung in der Königsklasse einen wichtigen Schritt voran. Die Madrilenen haben damit ein Stückchen Fußballgeschichte weiterhin in der eigenen Hand, denn noch nie gelang einem Champions League Sieger die Wiederholung seines Triumphs im darauffolgenden Jahr. Das goldene Tor des Abends im Bernabéu erzielte in Minute 88 ausgerechnet der Mexikaner Javier Hernández, ausgeliehen bis zum Saisonende von Manchester United. Chicharito, „die kleine Erbse“, war für den verletzten Karim Benzema in die Bresche gesprungen und belohnte sich auf Vorlage von Cristiano Ronaldo per Abstauber für einen engagierten Auftritt. Am knappen und dem Spielverlauf letztlich entsprechenden 1:0-Erfolg Reals waren auch zwei Deutsche beteiligt. Zum einen natürlich Toni Kroos, der als Schaltzentrale vor der Abwehr aufseiten der Hausherren gewohnt unaufgeregt und passsicher operierte. Und zum anderen Dr. Felix Brych, der mit einer durchaus zweifelhaften Entscheidung dem Spiel eine entscheidende Wendung gab. Weiterlesen