Schlagwort-Archive: Stoke

Er fällt nicht


Veröffentlicht am 9. November 2015

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José Mourinho weiterhin Chelsea-Manager

Seit Wochen blasen deutsche Schlagzeilen der Marke „Mourinho vor dem Ende“, „Letztes Ultimatum für Mourinho“, „Mourinho vor dem Aus“, „Mourinho taugt nur als Pappfigur“ und ähnliche Stilblüten zum Sturm auf die Festung des Chelsea-Managers. Alles in der spekulativen Hoffnung, man würde zu den prophetischen Siegern gehören, wenn das Ereignis endlich eintritt. Wenn dann noch ein selbsternannter Experte, welcher seine Feder für mehrere Blätter wetzt, hautnah aus England berichtet, erweckt dies den Eindruck von räumlicher Nähe, die auch „fachliches“ Wissen verursacht. Welch ein Irrtum! Die Sache hat außerdem einen kleinen wie beachtlichen Haken, José Mourinho ist immer noch da, die Chelsea-Fans feiern ihn und Chelsea-Eigentümer Roman Abramowitsch entlässt ihn einfach nicht. Zumal weder Mourinho noch Abramowitsch bevorzugt zu deutschen Blättern greifen werden. Damit nicht genug, zu allem Überfluss urteilt der fachliche Teil englischer Medien in der Frage Mourinho/Chelsea mit einem gewissen Sachverstand und echter Nähe zur Materie. Drei Beispiele vom letzten Wochenende, allesamt nach der Niederlage von Chelsea bei Stoke City zu Protokoll gegeben, mögen daher als Zeugnis angeführt werden:

Phil McNulty (BBC Sport, Chef Fußballberichterstattung)
„José Mourinho sollte als Chelsea-Manager bleiben – er ist einer der Besten der Welt. Wer würde kommen und eine garantierte Verbesserung bringen? Ich kann niemanden sehen. Sie sind immer noch in der Champions League und die Fans stehen auch deutlich hinter ihm. Das ist ein entscheidender Faktor.“

Daniel Taylor (The Guardian, Chef-Kolumnist Fußball)
„Wir freuen uns über ein, zwei oder drei Top-Manager in der Welt mit einer nachgewiesenen Erfolgsbilanz. Er ist einer der Besten und man entlässt Leute wie ihn nicht wegen einem schlechten Lauf. Sobald jemand entlassen wird, müssen Sie ihn ersetzen. Wer da draußen ist besser als jemand vom Kaliber eines José Mourinho?“

Neil Moxley (Sunday People, Chef-Sport)
„In dieser Phase der Saison lösen Sie sich nur von einem Manager, wenn klar ist, die Spieler sind nicht für ihn. Auf der Grundlage dessen, was ich hier bei Stoke City gesehen habe, die Spieler spielen für ihn. Die Spieler waren darin eindeutig und Chelsea hat gut gespielt. Er hat seine Fähigkeit im Laufe einer sehr erfolgreichen Karriere gezeigt. Er sollte bleiben.“

(Alle drei Zitate stammen von der BBC Website, BBC Sport Football, 8. November 2015)

Redaktion Magath & Fußball

Blütenweiße Weste der Citizens


Veröffentlicht am 26. August 2015

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Premier League nach drei Spieltagen – eine Momentaufnahme

Ein fulminantes 0:0 zwischen Arsenal und dem FC Liverpool im Emirates Stadium beschloss Montagabend den dritten Spieltag der Premier League. Beide Teams hätten phasenweise auch den Sieg verdient, spielten und kämpften auf Augenhöhe und zur Begeisterung des Publikums. Die Gunners wie die Reds spielten Fußball und zeigten an, in Sachen Titel ein Wort mitreden zu können. Liverpool dabei besser in die Saison gekommen. Defensiv steht die Null, mit Manchester United und Manchester City ist man das einzige Team in der Premier League, welches noch ohne Gegentreffer. Brendan Rodgers ist der Umbau und der Einbau seiner neuen Kräfte gut gelungen. James Milner, Christian Benteke und Roberto Firmino scheinen zu passen und Liverpool stärker zu machen als dies in der vergangenen Saison der Fall war. Musterprofi Milner dabei sofort ein Leader, der den Wegfall der Integrationsfigur Steven Gerrard kompensiert. Mit Platz drei ist der FC Liverpool gut im Rennen. Arsenal dagegen mit einer Niederlage, einem Sieg und einem Remis durchwachsen aus den Startblöcken gekommen – aber weiterhin mit großen Erwartungen. Das Team von Arsène Wenger kann diese trotz fünf Punkten Rückstand auf Tabellenführer Manchester City erfüllen. Weiterlesen

Mit Geld zum Erfolg


Veröffentlicht am 7. August 2015

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Premier League startet in neue Spielzeit

Alle brauchen etwas. José Mourinho den Titel in der Champions League, Louis van Gaal die Meisterschaft, Manuel Pellegrini Ruhe vor dem Guardiola-Gerücht, Brendan Rodgers den Nachweis, ein Trainer mit Titelformat zu sein, Arsène Wenger eine Saison ohne Einbrüche und Mauricio Pochettino Ruhe vor seinem Boss. Der Rest der Liga braucht die Hoffnung, im gleißenden Scheinwerferlicht der Großklubs nicht in saisonale Vergessenheit zu geraten. Die Premier League platzt vollmundig aus allen Nähten, die materiellen Grundlagen für die neue Saison sind beim Spitzensextett üppig vorhanden. Louis van Gaal brachte es auf den Punkt: „Die Meisterschaft wird auch auf dem Transfermarkt entschieden.“ Keine ganz neue Botschaft, wie auch seine berechtigte Annahme „wenn es schief geht, ist der Trainer weg“ sicher mehr als nur Bauchgefühl. Ob man international eins oder mehrere Teams ins Halbfinale der Champions League bringt, wird am Ende der Saison eine Art Qualitätsurteil über die Aufrüstungspolitik von Europas elitärster Liga sein. Was daheim funktioniert, wurde auf der europäischen Wage zuletzt oft als zu leicht befunden. Das gilt auch für The Special One und sein Team. Weiterlesen

Atemlos


Veröffentlicht am 2. Januar 2015

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Neujahrstag sieht 20. Spieltag der Premier League

Zwischen Feuerwerk, Neujahrskonzert und Vierschanzentournee wieder die Premier League. Ohne Atem zu holen eröffnet Englands Spitzenliga das Fußballjahr 2015 am Neujahrstag. Drei Spieltage über den Jahreswechsel. José Mourinho lobte unter der Woche das Gesamt-Personal der Premier League. „Ich habe großen Respekt vor den Spielern in diesem Land. Es spielt keine Rolle, ob Engländer oder nicht: Die deutschen Spieler liegen am Strand, die Spanier genießen die Sonne und alle anderen auch. Wir spielen zu dieser Zeit den Boxing Day. Keine Familie, kein Weihnachten – nur Fußball. Diese Spieler verdienen eine hohe Wertschätzung. Die Fans belohnen die professionelle Einstellung, indem sie an diesen Tagen die Stadien füllen.“ Mourinhos Team musste bei diesem Parforceritt allerdings Federn lassen. Die Blues kamen an der White Hart Lane nach einer 1:0-Führung noch unter die Räder, am Ende siegte Tottenham mit 5:3. Bei den Spurs landete Newcomer Harry Kane wieder zwei Treffer und beginnt bereits das branchenübliche Interesse von inländischen und kontinentalen Großclubs zu wecken. Weiterlesen

Boxing Day


Veröffentlicht am 26. Dezember 2014

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Zweiter Weihnachtsfeiertag bot Fußball von der Insel

Hochamt im englischen Fußball – Boxing Day. Die Bundesliga hält Winterschlaf und lümmelt sich wie viele europäische Ligen in das Jahresende. Übrigens nicht so in Belgien, auch dort spielt die Jupiler League zum Weihnachtsfest. In der Premier League und im gesamten englischen Fußball hat der „Geschenkschachtel-Tag“ gewichtigen Stellenwert und eine große Tradition, ein Fest für Fans, Werbekunden sowie Vermarktungsstrategen. Die Premier League Kasse klingelt, keine Liga der Welt zieht mehr TV-Publikum, in dieser Rechnung ist der Boxing Day eine zentrale Säule der globalen Vermarktung. Den festlichen Spieltag erlebten 385.000 Zuschauer in den Stadien, die vier Heim- und sechs Auswärtsiege sahen, dabei 27 Tore bejubeln oder betrauern konnten, je nach Fanstandpunkt und Sichtweise. Dauerregen für wettererprobte Engländer auch an diesem Tag kein Problem. Weiterlesen

37. Spieltag: Stoke City – Fulham FC 4:1 (1:0)


Veröffentlicht am 3. Mai 2014

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Aufstellung Stoke City

Begovic – Cameron, Muniesa, M. Wilson, Pieters – Whelan, N’Zonzi – Assaidi (75. Etherington), Ireland (70. Adam), Arnautovic – Odemwingie (78. Walters)

Trainer: Mark Hughes

Aufstellung Fulham FC

Stockdale – Heitinga, Burn (57. Mitroglou), Hangeland, Riise – Parker, M. Diarra (75. Kasami), Sidwell – Holtby (33. Dejagah), Bent, Richardson

Trainer: Felix Magath

Statistik

Tore: 1:0 Odemwingie (39.), 2:0 Arnautovic (54.), 3:0 Assaidi (73.), 3:1 Richardson (80.), 4:1 Walters (82.)

Gelbe Karten: Fulham FC (Parker, Dejagah)

Schiedsrichter: Christopher Foy

Zuschauer: 28.000

Statement Felix Magath

„Ich fühle mich sehr traurig. Der Verein bat mich den Abstieg zu verhindern – ich habe alles versucht. Bis heute bin ich nie abgestiegen, konnte aber diese nun eingetretene Situation auch nicht mehr verhindern. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Am Ende war einiges besser als vorher, aber es war nicht gut genug. In Bezug auf heute, es gab keinen Grund für diese Leistung – es war das schlechteste Spiel seit ich hier bin. Wir wollten bis zuletzt gegen den Abstieg kämpfen. Ich sagte dem Team eindringlich, wir haben heute noch eine große Chance. Aber wir haben diese Chance nicht ergriffen. Die einzige Erklärung, so kann ich es mir jedenfalls vorstellen, die Spieler sind mit der Situation und dem Druck nicht klar gekommen. Jeder Spieler möchte unbedingt den Abstieg vermeiden. Aber heute hat die Mannschaft dafür nicht genug gekämpft. Es ist ein schwerer Moment für alle, die den Fulham FC unterstützen und lieben. Ich mag es beim Fulham FC zu arbeiten und ich mag die englische Art, Fußball zu spielen. Ich will hier eine neue Mannschaft aufbauen – das war auch die Idee, als ich hierher kam.“

Tabelle nach Spieltag 37

Fulham FC | Platz 19 – 31 Punkte, 38 : 83  Tore, 37 Spiele

Redaktion Magath & Fußball

Heiliger Rasen


Veröffentlicht am 3. Mai 2014

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Fulham FC ist Gast auf traditionsreichem Grund

In der Sportsprache wird manches verklärt, überhöht und der Wirklichkeit entfremdet, nimmt pseudoreligiöse Züge an. Im Britannia Stadium, Heimstätte von Stoke City, darf man aber mit Fug und Recht von heiligem Rasen und einem weihevollen Ort sprechen, der Name eines Mannes erlaubt diese Verklärung: Sir Stanley Matthews. Er war 1956 erster Träger des Titels „Europas Fußballer des Jahres“. Schon zu Lebezeiten eine landesweite Legende, weit über den Fußball hinaus ein große und prägende Persönlichkeit, spielte Matthews zwischen 1934 und 1957 für Englands Nationalmannschaft und trug von 1934 bis 1947, dann nochmals von 1961 bis 1965 das Trikot von Stoke City. Ein wirklicher Sir und Gentleman, Stolz des englischen Fußballs, Stolz der Stadt Stoke-on-Trent und seines Clubs Stoke City. 36 Jahre währte diese glanzvolle Karriere, mit 50 Jahren absolvierte Stanley Mathews sein letztes Pflichtspiel. Als Mathews im Jahr 2000 im hohen Alter von 85 Jahren starb, säumten am Tag seiner Beerdigung ca. 100.000 Menschen die Straßen von Stoke, während der Trauerzug seine Urne ins Britannia Stadium überführte. Unter dem Rasen des Spielfeldes fand die Asche von Matthews letzte Ruhe und damit ewige Verbundenheit mit dem Spiel seines Lebens. Vor dem Stadion erinnert inzwischen ein veritables Denkmal für Stanley Matthews an den großen Sohn der Stadt. Weiterlesen

Felix Magath vor Partie gegen Stoke City


Veröffentlicht am 1. Mai 2014

„Wir hatten gegen Hull City die Kontrolle über das Spiel aber dann kamen Situationen, wo wir nicht vorsichtig genug waren und die Dinge wieder aus der Hand gaben. Ich hatte das Gefühl, dass am vergangenen Samstag die Spieler vor unseren Zuschauern und Fans plötzlich wegen der eigenen Führung nervös wurden. Das Team wollte weiter offensiv spielen, aber es wäre besser gewesen, den Vorsprung zu verteidigen. Wir wissen, dass Stoke eine heimstarke Mannschaft hat. Gegen Hull  haben wir aber gezeigt, dass wir in der Lage sind gute Spiele zu machen. Steve Sidwell konnte in dieser Woche noch nicht trainieren, vielleicht kann er heute ins Training einsteigen, es besteht eine kleine Chance. Wir haben noch Hoffnung, dass er am Samstag dabei ist. Alle anderen im Team stehen im Training und sind fit. Auch Kostas Mitroglou konnte die ganze Woche trainieren, kann uns bei Stoke unterstützen. Ob er völlig fit ist? Ich kann es nicht absolut sagen, aber er ist bereit, sich uns anzuschließen und zu helfen.“

„Fulham FC ist ein wunderbarer Verein, der im Moment Probleme mit der ersten Mannschaft hat. Ich bin hier, um eine Team aufzubauen. Wir haben in Fulham auch eine gute Jugendakademie. Die Spieler wissen, was sie zu tun haben, aber in dieser Lage ist es immer auch eine Frage der Mentalität. Daran werden wir weiter arbeiten. Ich glaube immer noch, zwei Siege werden reichen um in der Liga zu bleiben. Das ist die Situation. Selbstverständlich bin ich immer angespannt. Ich denke, ohne Spannung kann man nicht 100 Prozent geben. Viel hängt davon ab, wie das Spiel am Samstag ausgeht, ich bin noch nie abgestiegen und ich habe ein bisschen Angst vor dieser Situation. Ich brauche nicht zu wissen, wie sich diese Sache anfühlt. Ich kenne solche kritischen Situationen. Der letzte Abstiegskampf war vor drei Jahren mit Wolfsburg. Im letzten Saison-Spiel, 20 Minuten vor dem Ende waren wir abgestiegen, und am Ende des Spiels waren wir wieder oben. Die Dinge sind oft sehr eng. Niemand soll daran Zweifel haben, wir werden bis zum letzten Spiel der Saison kämpfen.“

(Felix Magath, Craven Cottage, London, 1. Mai 2014)

Felix Magath vor Partie gegen Hull City


Veröffentlicht am 26. April 2014

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„Ich bin weiter überzeugt, dass wir in der Liga bleiben wenn wir unsere Heimspiele gewinnen. Aber auch nächste Woche beim Auswärtsspiel gegen Stoke City gibt es eine Chance drei Punkte zu holen. Wir werden nicht nur versuchen unsere Heimspiele zu gewinnen, wir werden versuchen jedes Spiel zu gewinnen. Natürlich stehen wir unter Druck, aber nicht so unter Druck wie die Vereine aus den kleinen Städten, in denen die ganze Stadt hinter dem Club steht. Meiner Meinung nach ist die Atmosphäre bei Norwich, in Sunderland oder Cardiff angespannter und nervöser. Der Manager von Hull City – Steve Bruce – ist ein sehr erfahrener und guter Manager, er wird alles in Bewegung setzen um Punkte bei uns zu holen, weil sie mit momentan sechs Punkten Vorsprung auch noch nicht sicher sind. In den letzten drei Spielen wird viel passieren und ich denke, dass die Teams mit 37 Punkten keine Angst vorm Abstieg haben müssen.“

(Felix Magath, Craven Cottage, London, 25. April 2014)