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El Tractor mit der Nummer vier


Veröffentlicht am 17. August 2015

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Der außergewöhnliche Weg des Javier Zanetti

Geboren wurde er 1973 in Buenos Aires, ging mit 19 Jahren in die Provinz zu Talleres de Escala, um nach einem Jahr und 17 Spielen in die Hauptstadt zum Vorortverein CA Banfield zurückzukehren. Dort spielte er 66 Partien in Abwehr und Mittelfeld und machte sich 1995 auf nach Europa, um die alte Welt zu erobern. Es sollte ihm gelingen. Javier Zanetti schrieb Fußballgeschichte. Als diese glanzvolle Spielerlaufbahn endete, waren Fabelrekorde gebrochen und eine Legende geschaffen. Zanetti gestaltete diese atemberaubende Karriere nicht mit dem infantilen Zirkus der Marke Beckham oder Ronaldo, sondern als ein kluger junger Mann, der ein gebildeter und verantwortungsvoller Erwachsener wurde. Ein Blick auf seine Zahlen lässt den Atem stocken und Ehrfurcht vor diesem Gentleman des Fußballs aufkommen, den seine Fans ob seines unermüdlichen Einsatzes ganz unfein aber respektvoll „Traktor“ nannten. Weiterlesen

Anders geht’s auch


Veröffentlicht am 13. Juli 2015

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Swansea City in Sachen Kartenpreise an der Seite der Fans

Britische Fußballfans ächzen unter dem fortschreitenden Wahnsinn der Preisgigantonomie in Sachen Eintrittskarten und Ticketpreise. Die Clubs kratzte dies bisher nicht oder wenig. Einzig der walisische Premier League Verein Swansea City zeigte Flagge und traf eine historische Entscheidung. The Swans wollen den eigenen Fans mit 500.000 Euro aktiv helfen. Der Jubel bei den Anhängern groß. Die beispiellose Aktion unter dem Motto „True to 22“ möchte mit dieser Subvention in Höhe von einer halben Million Euro dafür Sorge tragen, dass kein Fan des Vereins aus Wales mehr als 22 Pfund (Umgerechnet: 31 Euro) für eine Karte bei Auswärtsspielen bezahlen muss. Eine vom Verein in Auftrag gegebene Studie hatte darauf hingewiesen, dass die Swansea-Fans mit im Durchschnitt 217 Meilen (Umgerechnet: 350 km) pro Saisonspiel den weitesten Reiseweg zu Auswärtsspielen in der Premier League haben. Die Ticketpreise im englischen Spitzenfußball sind für viel Fans kaum noch zu leisten, die steigenden Reisekosten durch Preiserhöhungen bei der Bahn und bei Flügen erschweren es Anhängern immer öfter, ihren Teams auf weiten Wegen noch treu zu folgen. Das neue System für die Saison 2015/16 sieht vor: Erwachsene zahlen für ihr Ticket maximal 22 Pfund, Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 15 Pfund. Der Rest wird aus dem vom Verein verfügbar gemachten Subventionstopf gezahlt. Eine tolle Errungenschaft, müsste ein Erwachsener doch im Emirates Stadium von Arsenal bei einem Besuch mindestens 50 Pfund für sein Auswärtsticket zahlen. Swanseas Vizepräsident Leigh Dineen dazu: „Wir glauben, dass unsere ‚True to 22‘ Initiative das Verhältnis zwischen Club und Fans auf eine neue Ebene gehoben hat. Für die Verringerung der Ticketpreise bei Auswärtsspielen haben wir alle hart gearbeitet.“ Den Spitzenligen in ganz Europa könnte so ein Ansatz gut tun, mehr Swansea-Philosophie im Fußball die Fanherzen auch auf dem Kontinent erfreuen. Allerdings, bisherige Nachahmer in Premier League und in ganz Fußballeuropa: gleich Null.

Redaktion Magath & Fußball

Meister wie Mourinho – Champion wie Chelsea


Veröffentlicht am 3. Mai 2015

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Premier League entschieden – Fünfte Meisterschaft für den FC Chelsea

Der Besitzer ging aufgeräumt in die Partie, zeigte sich im zwölften Jahr seiner Herrschaft über den FC Chelsea bei bester Laune auf seinem obligaten Tribünenplatz. Sein Chef auf der Bank trug das edle Clubsakko mit feinem Vereinsemblem und sah den Ereignissen entspannt entgegen. Ein Lächeln zauberten ihm seine Kicker während des Spiels allerdings äußerst selten in die Gesichtszüge. Beachtliches war eher schon vor Anpfiff zu vermelden. 250 Tage hat Chelsea die Tabellenführung der Premier League inne. Sportlich beeindruckend. Im letzten Jahr wechselte diese Tabellenführung im Verlauf der Saison noch 25-mal den Inhaber. Der Faktor Sport entscheidet große Titel natürlich längst nicht mehr allein. Geld ist ein wichtiger Erfolgsgarant der Spitzenteams in allen europäischen Topligen, die Premier League darin keine Ausnahme. Auch dieser Titel ist nicht nur im Schweiß geboren, er speist sich vor allem aus einer unerschöpflichen Quelle großen Geldes, geschuldet den Ölmilliarden von Club-Eigentümer Roman Abramowitsch. Mittlerweile steht der Verein beim russischen Oligarchen mit einer Milliarde in der Kreide, soviel hat der Mann seit dem Kauf des Londoner Clubs am 1. Juli 2003 bisher in den Verein gebuttert. Der Umsatz – laut eines Guardian-Artikels aus der letzten Woche – belief sich im Geschäftsjahr 2013/14 auf 304 Millionen Pfund, umgerechnet also 411 Millionen Euro. 55 Prozent davon der Anteil für Gehälter. Erfolg wird auch dadurch möglich. Er wurde am Sonntag mit Abpfiff um 16.20 Uhr MESZ an der Stamford Bridge, nach sehr zähem Gang, eingeholt und brachte dem FC Chelsea mit einem Sieg über den verbissen kämpfenden und konterstark daherkommenden Lokalrivalen Crystal Palace den Titel, dem 2015/16 weitere folgen sollen. Das Tor der Partie gelang Eden Hazard. Er wollte einen Elfmeter, Schiedsrichter Kevin Friend gab ihm diesen in der 43. Minute sehr gnädig. Hazard versuchte es selbst, scheiterte mit seinem harmlosen Versuch etwas kläglich, den vom Gästetorwart Julian Speroni nicht festghehaltenen Ball köpfte er dann im Nachversuch zur 1:0-Pausenführung umgehend in die Maschen. Mehr musste nicht passieren. 1:0 auch der Endstand, drei neue Punkte für die Tabelle bedeuten die Meisterschaft. „We Are the Champions“ aus den Lautsprechern. Über der Stamford Bridge schien die Sonne, gutes Wetter in London. Nun lächelte auch der Mann auf der Bank wie der Mann oben auf der Tribüne. Weiterlesen

Capital One Cup


Veröffentlicht am 26. August 2014

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In England startet die zweite Runde im Ligapokal

Nachbarschaftsduell in London. Die Stadien des FC Fulham und des FC Brentford trennen nur 16 Autominuten. Man trifft sich zum Pokalduell. Der League Cup (Football League Cup) ist ein Pokalwettbewerb im englischen Fußball, der in dieser Saison unter der Bezeichnung Capital One Cup ausgespielt wird. Ähnlich dem großen Pokalbruder FA Cup wird er im K.O.-System ausgetragen. Anders als im FA Cup sind hier nur die 92 Mitglieder der Football League, die den Cup-Wettbewerb auch selbst organisiert, und die Vereine der Premier League startberechtigt. Der Gewinner des Capitol One Cup qualifiziert sich für die UEFA Europa League, wenn er nicht bereits durch andere Platzierungen startberechtigt. Der League Cup liegt in seiner Bedeutung im Schatten des legendären FA Cups und kann an dessen Popularität nicht heranreichen. Teams aus der Premier League, zumal die großen Tiere, spielen in den ersten Runden gerne mit ihrer zweiten Garnitur, testen dort Spieler und schonen die Stars. Allerdings wird enorm gefightet, für einige Fußballer ist dies die einzige Bühne, auf der sie sich zeigen können, dementsprechend geht es zur Sache. Kommen die Mannschaften ins Finale, nehmen auch die Großen es sehr ernst und spielen, als ginge es ums Leben. Die Aussicht auf Titel und Topf und das Fluidum von Wembley wirken auch hier magisch. In der zweiten Runde wird der Wettbewerb qualitativ hochwertiger, die Teams der Premier League stoßen zu den Siegern der ersten Runde. Manchester United hat den FC Liverpool nicht von allen Ästen gesägt, die Reds sind mit acht Siegen Rekordtitelträger in diesem Wettbewerb. Aktueller Titelverteidiger ist Manchester City, am 2. März gewann man das Finale in Wembley gegen den AFC Sunderland mit 3:1 nach 90 Minuten. Der FC Fulham tritt auswärts beim Ligakonkurrenten und Championship-Aufsteiger FC Brentford an. Die Mannschaft aus dem Westen von London liegt momentan auf Rang 15 der Tabelle und ist mit einem Sieg, zwei Unentschieden und einer Niederlage besser in die Saison gekommen, als der FC Fulham. In den Reihen der Brentforder auch ein Deutscher: Der in Weißenfels geborene Mittelstürmer Nick Proschwitz spielt seit Saisonbeginn im Team von Trainer Mark Warburton.

Capital One Cup 2014/15, 2. Runde
Brentford FC – Fulham FC
Termin: Dienstag, 26. August 2014
Anstoß: 20.45 Uhr (MESZ)
Stadion: Griffin Park, London

Redaktion Magath & Fußball

Harmonie, Dialog und Akzeptanz


Veröffentlicht am 5. Dezember 2013

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„Sport spricht eine universelle Sprache, die Grenzen, Sprachunterschiede, Rassen, Religionen und Ideologien überwindet. Sport bringt Menschen zusammen, er ermutigt zum Dialog und zu Akzeptanz. Das ist eine äußerst wertvolle Eigenschaft. Wenn Sport nur wirtschaftlich betrachtet wird oder als Siegen um jeden Preis, dann riskieren wir, Athleten zu reinen Produkten zu reduzieren, von denen wir profitieren. Sportler werden in einem solchen System fortgerissen, sie verlieren die wahre Bedeutung ihres Handelns, nämlich die Freude und das Spiel, die sie ursprünglich angetrieben haben, so viele Opfer auf sich zu nehmen, um Champions zu werden. Sport ist Harmonie, aber wenn das maßlose Streben nach Geld und Erfolg überhandnimmt, geht sie verloren.“

(Papst Franziskus, Rom, 22. November 2013)

Kollektivspieler Andrea Pirlo


Veröffentlicht am 18. Oktober 2013

„Spieler wie Andrea findet man selten, denn sie haben solch eine außergewöhnliche Balltechnik. Er bringt der Mannschaft in Ballbesitz Ruhe und liest das Spiel. Wenn er diese Qualitäten in ein organisiertes System einbringt, in dem jeder weiß, was er zu tun hat, kommen seine Qualitäten sogar noch besser zur Geltung. Andrea läuft nicht weniger als zuvor. Ich habe seine Statistiken untersucht und er gehört zu den zehn Spielern, die in der Champions League am meisten laufen. Körperliche Stärke ist nicht sein Talent, es ist sein Kopf und seine Füße. Er lässt das Kollektiv glänzen.“

(Antonio Conte, Trainer Juventus Turin, Interview uefa.com, 25. September 2013)