Schlagwort-Archive: Thomas Schaaf

Keine Chance – aber ein perfekter Einstand


Veröffentlicht am 24. September 2015

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Gladbacher Traumstart im ersten Spiel unter André Schubert

Was war das für ein Paukenschlag am Sonntagabend: Einen Tag nach der 0:1-Niederlage im Derby gegen Köln verkündete Lucien Favre seinen Rücktritt. Aus freien Stücken wohlgemerkt und mit dem Zusatz, er sei jetzt nicht mehr der richtige Trainer für eine Gladbacher Borussia, die er seit Jahresbeginn 2011 vom letzten Tabellenplatz bis in die Champions League geführt hatte. Trotz der Pleitenserie zu Beginn dieser Bundesliga-Saison schlug diese Nachricht ein wie eine Bombe – und erwischte bei den Gladbachern nicht nur Manager Max Eberl auf dem falschen Fuß. Die eigenwillige Entscheidung des Schweizers auch deshalb fragwürdig, weil sie für alle Beteiligten offenbar aus heiterem Himmel kam. Über Favres Motive, die letztlich zu diesem Schlussstrich führten, kann Stand heute freilich nur spekuliert werden. Man mag deshalb nicht den Stab brechen über einen besonderen Trainer, der bisweilen etwas skurril und aus der Zeit gefallen schien, den Fohlen aber buchstäblich Flügel verlieh und den Mythos Borussia mit neuem Leben füllte. Mitten hinein in eine sportlich ohnehin ziemlich schwierige Phase schwappt am Niederrhein jetzt allerdings eine Trainerdiskussion, die den Traditionsclub wohl oder übel mindestens bis zur Winterpause beschäftigen und die – ohne großes eigenes Zutun – nur allzu bereitwillig öffentlich aufgenommen wird. Schon in den ersten Stunden wurden von Jupp Heynckes über Thomas Schaaf bis hin zu Jürgen Klopp sämtliche potenzielle, mehr oder weniger realistische Nachfolgekandidaten durch den Blätterwald getrieben. Eine spannende Entscheidungsfindung deutet sich an, zumal bei der Borussia der sportliche Anspruch nicht zuletzt durch Favres Arbeit in den letzten Jahren merklich gestiegen ist. Die erste Interimslösung ist im vormaligen U23-Coach der Gladbacher André Schubert gefunden. Sein Einstand im Heimspiel gegen den FC Augsburg hätte nicht besser verlaufen können. Weiterlesen

Vater Courage


Veröffentlicht am 26. Mai 2015

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Thomas Schaaf tritt bei Eintracht Frankfurt zurück

Jede Saison hat früher oder später ihre Nachbeben, eines davon ereignete sich in Frankfurt am Main. Thomas Schaaf kann seinen Beruf, ist ein Ehrenmann und unaufgeregter Zeitgenosse. Dabei kommt er auch als Trainer alter Schule daher, dem die Arbeit am Team wichtiger als das Entertainment einer sich selbst berauschenden Branche. Das Wirken für einen nachhaltigen Erfolg von Mannschaft und Verein kam bei ihm stets vor der schnellen Schlagzeile zur Selbstprofilierung. Die sich dem Spektakel verweigernde Trainerpersönlichkeit, die nur den Anspruch auf eine seriöse Arbeitsbasis erhebt, wirkt immer öfter wie aus der Zeit gefallen. Der Berufsstand Fußballtrainer wird längst als Sündenbock für alles und jeden missbraucht und ist dabei noch der Egozentrik immer mächtiger werdender Profis ausgeliefert. Nebenher muss er nahezu ohnmächtig der Profilierungssucht von Funktionären zusehen. Die Begleitmusik der Abwrackung des Berufsstandes Übungsleiter, genährt aus „gut unterrichteten Kreisen“, liefert dazu dann eine jeden Verein umflatternde Medienlandschaft, die auch dem erfahrensten Trainer bei erster Gelegenheit jedwede Unterstellung hinterherwirft, birgt sie nur die kleinste Chance auf knallige Stimmungsmache. Fans, die den Überschriften folgen, lassen sich immer finden und geben Ruf und Reputation des Trainers den Rest. Thomas Schaaf wollte Herr seines Schicksals bleiben und sich nicht zum Spielball machen lassen. Souverän brachte er die Sache auf den Punkt und ging mit Stil und Würde aus seinem Engagement: „Die in der Öffentlichkeit getätigten Aussagen und die Darstellung meiner Person und meiner Arbeit, die sich in unglaublichen und nicht nachvollziehbaren Anschuldigungen und Unterstellungen in den Medien äußern, kann und will ich nicht akzeptieren. Deshalb ist es zu der Trennung gekommen.“ Der Mann redet nicht viel, wenn er es tut aber treffsicher, couragiert und auf den Punkt gebracht. Ein idealer Trainer.

Redaktion Magath & Fußball

Toreflut


Veröffentlicht am 16. Februar 2015

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Historische HSV-Pleite bei den Bayern

Die Bundesliga-Konferenz am Samstagnachmittag war wirklich nichts für schwache Nerven. Es fielen stolze 26 Tore verteilt auf fünf Partien – alle dreieinhalb Minuten zappelte der Ball entweder in Leverkusen, München, Bremen, Sinsheim oder Mönchengladbach im Netz. Maximaler Unterhaltungsfaktor für den neutralen Zuschauer! Überhaupt war der 21. Spieltag mit insgesamt 38 Treffern der torreichste der laufenden Saison – im Durchschnitt sahen die Fans in jedem der neun Stadien etwas mehr als vier Treffer. Von der ewigen Bundesliga-Bestmarke waren die 18 Clubs aber auch diesmal noch ein gutes Stück entfernt: Am 32. Spieltag der Saison 1983/84 waren in ebenfalls neun Partien sogar 53 Tore gefallen. Damals wie heute maßgeblich an der Toreflut beteiligt waren die Münchener Bayern. Weiterlesen

Wiedersehen macht Freude


Veröffentlicht am 8. Dezember 2014

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Thomas Schaaf gehört längst nicht zum alten Eisen

Zugegeben, ein bisschen gewöhnungsbedürftig war es schon, als Thomas Schaaf nach einjähriger Dienstpause im Sommer auf die Bundesligabühne zurückkehrte. Thomas Schaaf, dieser Name war in den Köpfen der Fußballfans eigentlich auf immer und ewig mit dem Grün Werder Bremens verbunden. Plötzlich aber waren da die Frankfurter Vereinsfarben, Rot, Weiß und Schwarz, dazu der Eintracht-Adler und überhaupt war es ja noch nicht allzu lange her, dass der neue SVW-Geschäftsführer Thomas Eichin kurz nach seiner Amtsübernahme im Frühjahr 2013 aus freien Stücken einen Neuanfang ausrief. Der bis dato mit meilenweitem Abstand dienstälteste Trainer der Liga wurde mehr oder minder gegangen, man trennte sich „einvernehmlich“, soweit der übliche Sprachgebrauch. Viel war damals spekuliert worden. Ob Schaaf überhaupt noch in die Neuzeit der Konzept-Trainer passe. Ob Schaaf nach 14 Jahren Amtszeit als Cheftrainer noch Reizpunkte setzen könne. Ob seine Methoden noch zeitgemäß seien. Die Antwort traf Werder Bremen nun zwar mit leichter Verzögerung, dafür umso härter: Ein deutlicher 5:2-Sieg Eintracht Frankfurts hinterließ im ersten Aufeinandertreffen Schaafs mit seiner alten Liebe auf beiden Seiten eine Gefühlswelt, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnte. Weiterlesen

Wer muss runter?


Veröffentlicht am 3. Mai 2013

Die Entscheidung im Bundesliga-Abstiegskampf naht

Der Titelkampf – sollte es in dieser Spielzeit jemals einen gegeben haben – ist längst entschieden. Lange schon lockt die Frage, wer die Meisterschale im 50. Bundesligajahr in Empfang nehmen darf, keinen Fußballfan mehr vor den Fernseher. Umso enger geht es dafür wieder einmal im Tabellenkeller zu. Dort streiten sich drei Spieltage vor Saisonende noch immer vier Mannschaften um jene zwei begehrten Plätze, die den Klassenverbleib garantieren. Während ein Team den direkten Gang nach unten antreten muss, bietet Relegationsrang 16 zumindest noch die Möglichkeit für eine verspätete Rettung. Magath & Fußball beleuchtet die Ausgangslage der Kontrahenten vor den entscheidenden Wochen im Bundesliga-Klassenkampf. Weiterlesen

Thomas Schaaf


Veröffentlicht am 19. April 2013

imago02288225m_c„Ein Trainer braucht Hilfe, wenn er eine schlechtere Phase hat: Für mich ist es völlig unverständlich, warum Thomas Schaaf im Verein so wenig Unterstützung hat. Schaaf ist als Trainer nicht alleine verantwortlich für die Mannschaftszusammenstellung. Aber jetzt, wo es nicht läuft, steht auf einmal wieder nur Thomas Schaaf in der Kritik – der fast 15 Jahre hervorragende Arbeit geleistet hat. Wenn einer so lange bei einem Verein gute Arbeit geleistet hat, dann hat er aus meiner Sicht alle Unterstützung verdient.“

(Felix Magath, Interview LIGA total!, 13. April 2013)