Schlagwort-Archive: Trainingsarbeit

„Arbeits- und Leistungskraft der Spieler optimal ausschöpfen“


Veröffentlicht am 19. November 2014

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Werner Leuthard im Interview

Der langjährige Weggefährte und Konditionstrainer von Felix Magath spricht über die Belastungsdebatte im Profifußball, Verletzungsprävention sowie die besondere Verantwortung eines Trainerteams für die Gesundheit der Spieler und das Wohl des Vereins.

Herr Leuthard, im alltäglichen Sprachgebrauch werden die Begriffe Fitness und Kondition synonym verwendet. Was ist der Unterschied?
Werner Leuthard: Vor etwa zehn Jahren hat sich der Begriff Fitness im Fußball gegenüber dem Begriff Kondition durchgesetzt. Mit Fitness ist der Zustand des körperlichen, geistigen und seelischen Wohlbefindens gemeint. Diese Definition gefällt mir, weil sie unser Aufgabengebiet gut umschreibt. Es ist eine Binsenweisheit, dass nur ein gesunder Spieler, der sich wohlfühlt, auch ein guter Spieler sein kann. Das Bestreben eines jeden Vereins oder Trainers muss es sein, diesen Zustand durch die tägliche Arbeit herbeizuführen. Kondition hingegen kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Bedingung oder Voraussetzung, um eine bestimmte Leistung oder Arbeit zu verrichten.

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Werner Leuthard: Trainingsarbeit im Team Magath


Veröffentlicht am 30. Oktober 2014

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Hallo Freunde des Fußballs,

heute unternehmen wir einen kleinen Ausflug in das „Zeitalter der Aufklärung“. Wir alle kennen mittlerweile den Begriff „Fitness“ (Laut Wikipedia: Zustand des allgemeinen Wohlbefindens).

Durch die Zunahme anglizistischer Termini in der Welt des Sport (Als verbindende Weltsprache im Zeitalter der Globalisierung auch im Sport durchaus wünschenswert.) wurde das ursprüngliche aus der lateinischen Sprache stammende und etablierte Wort „Kondition“ zusehends abgelöst. Hierzu nun ein paar Anmerkungen bezüglich einer Klarstellung in der Verwendung der Begriffe im sportartspezifischen Sinne. Die Begriffe Fitness und Kondition beinhalten eine Vielzahl von Komponenten bezogen auf das biologische System „Fußballspieler“ und erliegen einer unabdingbaren Wechselwirkung untereinander. Dabei beschränke ich mich heute ausschließlich auf den Bereich des „physischen Wohlbefindens“ sowie der „physischen Eigenschaften“. Weiterlesen

Three Stone Overweight


Veröffentlicht am 21. Oktober 2014

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“He’s not fit to play football unfortunately. [Adel Taarabt] He played in a reserve game the other day and I could have run about more than he did, so I can’t pick him. I pick people who want to try, who deserve to be a good football club like QPR, who come in every day and want to work, train and show a good attitude. When he starts doing that, if he ever can do it, maybe he’ll get a game. I can’t protect people who don’t want to run and train, and are about three stone overweight. What am I supposed to keep saying? Keep getting your £60,000, £70,000 a week and don’t train? What’s the game coming to?”

(Harry Redknapp, Press Conference London, QPR vs. Liverpool, 19 October 2014)

Konsequenz und Fitness


Veröffentlicht am 10. Januar 2014

Konditionstrainer Werner Leuthard und Felix Magath

Konditionstrainer Werner Leuthard und Felix Magath

„Ich bin nicht streng zu den Spielern. Bei mir darf jeder alles, wenn er der Mannschaft hilft. Wenn mir einer sagt, er muss frei­tagabends zehn Bier trinken, um am Samstag ein Tor zu schießen, dann kriegt er die von mir. Aber ich erwarte, dass er Leistung bringt. Und wenn er sie nicht bringt, will ich keine Ausreden hören. Da bin ich konsequent, aber nicht streng. Ich lege Wert auf Disziplin, Ordnung und körperliche Fitness. Leider wird vieles hochstilisiert, das mit dem Medizinball zum Beispiel. Der spielt eine untergeordnete Rolle, macht weniger als ein Prozent meiner Trainingsar­beit aus. Meine Spieler – übrigens auch ein Verdienst meines langjähri­gen Konditionstrainers Werner Leuthard – sind immer die fittesten gewesen, das hat 2006 auch Jürgen Klins­mann bestätigt. Das wir bei unserer Trainingsarbeit kaum verletzte Spieler haben, darüber redet keiner.“

(Felix Magath, Interview Nürnberger Zeitung, 1. Januar 2014)

Der Trainer und sein Spielmacher


Veröffentlicht am 29. Oktober 2013

„Auch seinen Spielmacher Felix Magath versteht Happel intuitiv. Er lernt ihn als einen Spieler kennen, der äußerst gewissenhaft das Training durchzieht und nie Eskapaden liefert. Für Happel ist Magath fast zu ruhig, nur einmal sieht er ihn explodieren, als er nach einem Training die Schuhe in die Ecke schmeißt. Magath schaut sich, wie er in einem Interview mit Haruka Gruber sagt, viel von Happel und dessen Vorgänger Zebec für die eigene Trainingsarbeit ab: ‚Die Stärke von Ernst Happel und Branko Zebec war ihre kuriose Sprache. Man musste sich stark konzentrieren, um zu verstehen, was sie meinten. Deshalb kam ihre Botschaft so gut rüber.‘ Happel verteidigt auch Magaths Ansprüche auf die Rolle des Mittelfeldregisseurs in der Nationalmannschaft.“

(Klaus Dermutz, „Ernst Happel – Genie und Grantler“, Verlag die Werkstatt, 2012)