Schlagwort-Archive: Traum

Titelsammler mit Brücke


Veröffentlicht am 29. Juli 2015

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Sjaak Swart ist Mister Ajax

Dieser Stürmer ist über die Grenzen seiner Heimat wenig bis gar nicht bekannt. Dennoch gebührt ihm die Ehre eines Brückennamens in Amsterdam, was nur der großen Ajax-Generation vergönnt. Es gibt zwölf Übergänge mit dieser Ehre. Als Hollands Nationalmannschaft dem Weg von Feyenoord Rotterdam und Ajax Amsterdam Richtung Weltklasse endlich folgte, hatte er seine Fußballschuhe gerade an den heimischen Nagel seiner Geburtsstadt Amsterdam gehängt. Jesaia Swart, als Spieler nur unter dem Namen Sjaak Swart geführt, hatte bis zu seinem Karriereende 1973 längst alles gewonnen, was einem Vereins-Fußballer Traum und Ziel. An Spielen hat er dabei auch den großen Johan Cruyff weit hinter sich gelassen, niemand trug das Ajax-Trikot öfter als er, 463 Partien bestritt Swart zwischen 1956 und 1973 für Hollands Eliteclub. In der ewigen Bestenliste der Torjäger seines Vereins rangiert der Stürmer bis heute auf Platz drei mit 175 Treffern. Bei den Titeln und Pokalen kommt man ins anerkennende Staunen. Dreimal wurde er mit Ajax Sieger im Europapokal der Landesmeister, einmal im UEFA Intertoto Cup, den europäischen Supercup stemmte er mit seinem Team zweimal in die Luft, den Weltpokal half er einmal zu erobern. National stehen acht Meisterschaften und fünf Pokalsiege zu Buche. Glanzvoller und glorioser lässt sich kaum eine Titelsammlung an. Ein Überflieger dieser Mann und jede Erinnerung an einen großen Sportler wert. Weiterlesen

Fußballdemokratie


Veröffentlicht am 19. Juli 2015

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Amtsinhaber Josep Maria Bartomeu gewinnt Präsidentenwahl des FC Barcelona

Der FC Barcelona wählt seine wichtigste Führungsperson in freier und geheimer Wahl nach demokratischen Spielregeln. Alle 110.000 Mitglieder des Vereins sind stimmberechtigt. Der Wahlkampf der letzten Wochen war intensiv und teilweise persönlich, das Publikum in Barcelona und Katalonien nahm geneigt wie interessiert teil. Nun sind die Würfel gefallen. Die Freundschaft zu den Club-Ikonen Johan Cruyff und Pep Guardiola half bei einem Comebackversuch nicht. Joan Laporta war von 2003 bis 2010 Präsident des FC Barcelona, wollte zurück ins Amt. Persönliche Eloquenz, die erfolgreiche Ära glanzvoller Titel und Triumphe seiner Präsidentschaft nebst dem Zuspruch von Lionel Messi schienen ein ausreichender Sieggarant. Der Rechtsanwalt Laporta hatte als Politiker wenig Erfolg, die erneute Thronbesteigung bei Barça schien reizvoll. So warf er, nebst zwei unbedeutenden Zählkandidaten, dem amtierenden Präsidenten Josep Maria Bartomeu den Fehdehandschuh hin. Ein intensiver Wettkampf unterschiedlicher Charaktere nahm seinen öffentlichen Lauf. Weiterlesen

Souveräner Sieg – Gunners verteidigen FA-Cup


Veröffentlicht am 31. Mai 2015

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FC Arsenal siegt in Wembley gegen Aston Villa mit 4:0 (1:0)

Endlich hat er den Sir hinter sich gelassen. Arsène Wenger konnte bisher – auf Augenhöhe mit Alex Ferguson – fünf FA-Cup Siege für sich verbuchen. Gleichauf mit beiden, ein Vergessener. Thomas Mitchell, auch er ein Schotte wie Ferguson, holte mit den Blackburn Rovers zwischen 1884 und 1891 ebenfalls fünf FA-Cup Titel. Diese Jahreszahlen erübrigen jedes Wort über die gewichtige Tradition des Spiels Nummer eins auf der Insel. Arsenal-Manager Wenger mit dem frischen Titel Nummer sechs allerdings nicht alleiniger Rekordhalter. George Ramsay – wieder ein Schotte – war von 1884 bis 1926 Manager bei Aston Villa, kommt ebenfalls auf sechs FA-Cup Titel. Lang ist es her. Die Gunners waren mit elf Siegen bereits Rekordhalter, gleichauf mit Manchester United. Nun also brachte die zwölfte FA-Cup Trophäe den alleinigen Spitzenplatz. Auch die Titelverteidigung ist im legendenumwobenen Wettbewerb etwas Besonderes, nur den Wolverhampton Wanderers, Blackburn Rovers und Tottenham Hotspur war dies bisher gelungen. Ob das gute Geschick im FA-Cup Trost für verpasste Meisterschaften und den ewig unvollendeten Traum vom Champions League Sieg, es lässt sich nicht sagen. Wer den Siegeswillen von Arsène Wenger und das Potenzial seiner Mannschaft kennt, wird den Gunners sicher größeren Ehrgeiz unterstellen. Jahr für Jahr unter die Big Four der schwersten Liga der Welt bleibt eine beachtliche Leistung, der FA-Cup Sieg dabei natürlich eine zusätzliche Bestätigung. Die Anhänger dieses Clubs reichen weit über London und England hinaus, auch ein Verdienst des französischen Trainers, der seit 1996 seinem Job bei Arsenal nachgeht, diesen Verein geprägt hat wie keiner seiner 23 Vorgänger. Weiterlesen

Ball rollt auch an Ostern


Veröffentlicht am 2. April 2015

Kann der BVB den Bayern am Ostersamstag ein gelbes Ei ins Nest legen?

Kann der BVB den Bayern am Ostersamstag ein gelbes Ei ins Nest legen?

Nach Länderspielpause wieder Ligen im Fokus

Monumental klingt Ostern die Matthäus-Passion, dramatisch rollt auch an hohen Feiertagen der Ball. In den Top-Ligen sucht man keine Eier, man jagt lieber Punkte. Die Bundesliga bietet den Schlager Borussia Dortmund gegen Bayern München, der Kracher der letzten Jahre kann nur verbal Feuer bieten, Aki Watzke und Matthias Sammer sind immer für fliegende Funken gut. Sportlich ist man derzeit nicht in Konkurrenz. Dortmund wird nicht absteigen, das Gespenst vertrieben, Bayern als sicherer Meister mit den Sorgen, die Champions League Pflichten so mitbringen, welche sich eher um die gesunde Vollständigkeit des Personals als um den schnöden Ligaalltag drehen. Beide Teams können entspannt wie aufopferungsvoll für die Ehre anrennen. Im Kopf und im Herzen werden einige auf beiden Seiten sich längst auf ein mögliches Pokalendspiel zu Berlin freuen. Das hätte dann einen Hauch von Wembley. Weiterlesen

Brust raus – Bauch rein – Schriftzug weg


Veröffentlicht am 22. Januar 2015

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West Ham United droht erneut Verlust des Sponsors

Im Universum Fußball leben offensichtlich nur noch Spieler im ewigen Robinson-Club, bekommen Zucker in Form von Geld in den Allerwertesten geblasen, können dem Unbehagen der Welt mit Fröhlichkeit trotzen, ungehemmt dem kreativen Erwerb von Führerscheinen frönen, der Xbox huldigen oder über Twitter die Härte ihres Daseins verkünden. Bei Vereinen ist die nüchterne Wirtschafts- und Lebensrealität schon lange angekommen, schlägt manch böse Überraschung ein wie der Pfeil des Schweizer Nationalhelden Wilhelm Tell in die Brust des Landvogt Gessler. Die Brust ist nicht nur bei habsburgischen Bösewichten in Schiller-Dramen ein gefährlicher Ort. West Ham United kann ein leidig Lied davon singen. Wieder fand ein Schweizer Pfeil sein Ziel. Der Reihe nach. Weiterlesen

Im Auge des Vulkans


Veröffentlicht am 1. November 2014

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Präsident Aurelio De Laurentiis prägt den SSC Neapel

Der Vesuv sah Pompeji untergehen und hatte gerüttelt Maß Anteil daran. Dank Edward Bulwer-Lytton und Robert Harris können wir uns dahin zurücklesen, seit Hollywood fliegt uns die Lava kinematographisch um die Ohren. Mit ähnlich eruptiver Energie wie der feuerspeiende Vulkan am Golf von Neapel, ließ ein argentinischer Fußballer den blassen Fußballstern am Fuße des Berges zum Leuchten aufsteigen. In der Erfolgsgemeinschaft mit Diego Maradona gelangte der SSC Neapel zu europäischer Fußballgröße und wurde zur Nummer eins in Italien. Die Erinnerung hat sich längst losgelöst von der Realität und kommt mittlerweile verklärt daher, „Goldene Ära“ schwärmen sie in Neapel. Dem Verursacher werden in der Stadt bis zum heutigen Tag Heiligenschreine gewidmet, sein Besuch beim Abschiedsspiel von Ciro Ferrara im Sommer 2005 führte zu einer Maradona-Feierstunde, als dieser vor 70.000 Zuschauern seine alte Wirkungsstätte, das Stadion San Paolo, betrat. Vor Maradona war der SSC Neapel nur ein 1904 gegründeter Fußballverein von Hafenarbeitern, die natürlich aus England kamen. Belacht und mit hoher Nase in den Fußballhochburgen Rom, Turin und Mailand bedacht, spielte man keine Rolle im Konzert der Großen, diente nur als Beispiel des armen wie hinterherhinkenden Südens. Lediglich zwei Pokalsiege konnten vom Kuchen der Großclubs erkämpft werden, man gewann 1962 und 1976 die Coppa Italia. Der Fußballnorden Italiens musste sich wahrlich nicht bedroht fühlen durch diesen SSC Neapel. Weiterlesen

Selbstbewußter Realist


Veröffentlicht am 15. Oktober 2013

„Man kann als einzelner Spieler auch auf sich aufmerksam machen, wenn man nicht bei einem absoluten Topclub in Europa spielt. Aber wenn man die großen Ziele erreichen will, die ein Weltklassespieler nun mal hat, dann gehört es dazu, dass man bei den größten Vereinen der Welt spielt. Ich habe Schalke viel zu verdanken, ich war immer Schalker. Das muss man unterstreichen. Aber ich bin nicht so verwurzelt, dass ich mich nicht loseisen könnte. Ich sage ehrlich, dass es mein Traum ist, mal bei einem der großen Clubs zu spielen. Und da bleibe ich bei.“

(Julian Draxler, Interview Kölner Stadt Anzeiger, 11. Oktober 2013)