Schlagwort-Archive: Trophäe

Kleine und große Revolutionen


Veröffentlicht am 16. März 2016

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Zwischen Aufbruch und Routine – Fußballwelt im Wandel

Leicester City macht sich unter dem italienischen Trainer Claudio Ranieri Richtung englischer Meistertitel auf. Mit Enthusiasmus und Erfolg sorgt das Team aus den Midlands für eine kleine Revolution im englischen Ligabetrieb. Der geldschweren und traditionsbeladenen Restmeute in der Premier League gehen langsam die Spiele aus um den aufmüpfigen Außenseiter noch vom anvisierten Titelthron zu stoßen. Englands Fußballeliten blamieren sich dabei im Wochentakt und mutieren nebenher in den europäischen Cupwettbewerben zum belächelten Fallobst. Reich aber unfähig lautet das fatale Zeugnis. Ranieri und seine Jungs schwimmen nicht im Geld, frönen keiner Zeitgeistwelle, schwadronieren weder von Matchplänen noch über Ballbesitzstatistiken. Leicester City spielt kompromisslosen Fußball auf der Basis harter Arbeit und der Konzentration auf den zu erledigenden Job. Der 1951 in Rom geborene Ranieri steht auch als ein erfolgreicher Gegenentwurf zu den Bundesligatrainern neuer Färbung, die immer öfter als schwache Verfügungsmasse von manövrierenden Sportmanagern ausgewählt und aus Nachwuchsabteilungen oder direkt vom Schulhof rekrutiert werden. Ranieri lebt und kann Fußball aus dem Effeff. Sein Team versprüht keinen Glanz für die Galerie, scheffelt aber eine Menge Punkte für den Gipfel der Tabelle. Otto Rehhagels Diktum bleibt ewig jung und richtig: Modern ist, wer gewinnt! Ein bewundernswertes Team, mit einem gestandenen Trainer, in einem bemerkenswerten Club, mischt die graue Einförmigkeit der immer wiederkehrenden Standardbilder des englischen und europäischen Fußballs auf. Weiterlesen

Road to Berlin


Veröffentlicht am 5. Mai 2015

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Wer übersteht die letzte Etappe?

Zum allerersten Mal kehrt Pep Guardiola am Mittwoch zwar als respektierter Freund, aber auch als erbitterter Gegner an den Ort zurück, der ihn einst zu dem werden ließ, der er heute ist. Die Voraussetzungen für den Architekten jenes schwindelerregenden Tiki-Taka Barca-Spiels, das an guten Tagen jede Mannschaft der Welt aussehen lässt wie eine Schülerauswahl, sind im Camp Nou diesmal allerdings bei weitem nicht ideal, denn Guardiolas Bayern plagen große Verletzungssorgen. Während die Katalanen ihren Zögling mit dem Rückenwind von 14 Ligatreffern aus den letzten beiden Partien gegen Getafe und Córdoba empfangen, mussten die Münchner nach dem Pokalaus gegen Dortmund am Wochenende auch eine Niederlage in Leverkusen verdauen. Das Team von Luis Enrique, der in seinem ersten Jahr als Barca-Coach weiterhin nicht weniger als das Triple im Visier hat, sinnt auf Revanche für das Halbfinal-Aus vor zwei Jahren und ist der klare Favorit. Hierzulande etwas im Schatten des Guardiola-Spektakels, dabei aber nicht weniger klangvoll, das zweite Halbfinale zwischen Juventus Turin und Real Madrid – der Ausgang nur schwerlich vorherzusehen. Bei den Königlichen strebt Carlo Ancelotti nicht nur die erste Titelverteidigung der Wettbewerbsgeschichte, sondern die sage und schreibe vierte Champions League Trophäe seiner Trainerkarriere an – nicht zu vergessen seine beiden als Spieler des AC Mailand errungenen Europacups der Landesmeister. Rekordverdächtig in jeder Hinsicht. Real in La Liga zuletzt mit sieben Siegen am Stück, dabei mit 27 Toren ebenso treffsicher wie der große Rivale aus Katalonien. Juve allerdings muss Reals Offensive nicht fürchten, hat in 34 Ligaspielen bislang erst 19 Gegentore geschluckt und betritt die größte Bühne seit der Finalniederlage 2003 in Manchester gegen Ancelottis Milan obendrein als frischgebackener italienischer Meister. Für Massimiliano Allegri birgt dieses Duell sicherlich auch so etwas wie eine europäische Reifeprüfung. Spannende Tage in den elitären Fußballhochburgen des Kontinents, manch vollmundiger Trainer-Gigant längst außen vor. Guardiola oder Luis Enrique? Ancelotti oder Allegri? Wer übersteht auf der Road to Berlin auch die letzte Etappe? Weiterlesen

Klassiker


Veröffentlicht am 25. Oktober 2014

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Drei Spitzenspiele mit Nostalgiefaktor stehen Europas Fußball ins Haus

Das Wochenende bringt Duelle mit Nostalgiefaktor. Nicht nostalgisch, sondern erfolgreich kommen die Fohlen von Lucien Favre daher. Borussia Mönchengladbach spielt guten und durchdachten Fußball, die Handschrift des Trainers nimmt auf dem Rasen von Woche zu Woche sichtbare Form an. Favre ist ein akribischer Arbeiter, seine Spieler ein Kollektiv von Leuten, die dem Trainer bisher folgen. Bayern München ist natürlich kein neuer Konkurrent erwachsen. Die Überflieger aus dem Süden sind der Gegensatz des Kollektivs, ein internationales Starensemble mit doppelter Besetzung und allen Möglichkeiten. Eine Stimmungs- und Werbemaschinerie beugt Worte wie „Bayern-Jäger“, um ein längst gelaufenes Meisterrennen verbal in Spannung zu versetzen. Selbst wenn die Borussia das Spitzenspiel gewinnt, an haushoher Überlegenheit und kommender Meisterschaft des FC Bayern wird dies nichts ändern. Längst sind die Münchner der Liga enteilt und können diese im Nebengang bespielen, die Champions League Trophäe ist Ziel der großen Anstrengung. Jeder Klassespieler aus Deutschland liegt im Radar der Bayern. Wenn die Gladbacher so weiterspielen, die Bayern werden früher oder später zuschlagen und die Borussia erneut Spieler verlieren, die das Favre-System lebenswichtig gebrauchen kann. Und ewig grüßt dann wieder das Murmeltier… Keine der anderen Bundesligaansetzungen des Spieltages kommt dem Klang dieser Partie gleich. Ein noch größeres Namensduell steigt allerdings in der Primera División. Hier treffen zwei wirkliche Bayern-Konkurrenten aufeinander. Weiterlesen

Himmlischer Beistand


Veröffentlicht am 4. September 2014

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Lieblingsverein von Papst Franziskus gewinnt Copa Libertadores

Fußball spielen können die Argentinier. Sie haben nicht nur einen Messi und Maradona hervorgebracht und augenblicklich Spitzenkicker wie di Maria und Agüero in ihrem Nationalteam, auch der große Fußballphilosoph Menotti ist Argentinier. Uns Deutschen verlangten die Gauchos auf dem Weg zum WM-Titel über 120 Minuten alles ab. Sie schlugen sich in Brasilien achtbar bis gut, nicht so einfallslos wie Spanien, Italien, England oder so blamabel wie der Gastgeber. Im ersten Spiel nach der WM trafen sie gleich auf ihren Bezwinger Deutschland, den für vier Jahre gekrönten Weltmeister. Argentinien gewann dieses Spiel ohne Wert und Muster mit 4:2, Trost werden sie darin nicht finden. Immerhin ein guter Einstand für Neu-Trainer Gerardo Martino. Messi hatte den Weg nach Düsseldorf erst gar nicht angetreten, wer mag es ihm verdenken. Wenn auch Lionel Messi kein Fußballweltmeister mehr wird, die Chance ist wohl vertan, er gehört den Argentiniern. Manchmal unverstanden, manchmal geliebt, aber immer einer von ihnen. Gehören tut dem Land am Río de la Plata seit Mitte August 2014 auch die Copa Libertadores. Das Team vom Club Atlético San Lorenzo de Almagro aus einem Vorort von Buenos Aires – unter der gestrengen Regie von Trainer Edgardo Bauza geformt – holte die Champions League Südamerikas nach Argentinien. Weiterlesen

Standard + Defensivspieler = Halbfinale


Veröffentlicht am 5. Juli 2014

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Deutschland hat die Hand am Titel – Brasilien nun ohne Chance

Der Tag der Innenverteidiger. Mats Hummels machte es vor, Thiago Silva und David Luiz wollten sich nicht lumpen lassen. Ihre Tore sorgten für das lange prognostizierte Halbfinale Brasilien – Deutschland, die Gegner Frankreich und Kolumbien blieben auf der Strecke. Auf dieser Strecke blieb in der Abendpartie auch der Fußball. Mit einer Mischung aus Ignoranz und Inkompetenz sorgte der Spanier Carlos Velasco Carballo in der Partie Brasilien gegen Kolumbien für das Abrutschen des zerfahrenen Spiels in stetig anwachsende Härte, bei der auch Brasiliens Nationalstolz Neymar weidwund auf der Strecke blieb. Auch Kolumbiens Filigrantechniker und Torjäger James Rodríguez war schutzlos den rüden Attacken des Gegners ausgesetzt. Solche Schiedsrichter zerstören den Fußball und nehmen die Lust am Sport. Der Skandal wirft Fragen Richtung FIFA auf. Wird dem Kolumbianer Juan Zúñiga nun in gleicher und nachträglicher Konsequenz begegnet wie dem Uruguayer Luis Suárez? Zúñiga rammte sein Knie in voller Absicht in den Rücken von Neymar. Wie steht es nun um die Gewichtung zwischen herbeigeführten Wirbelbruch und mutwilligen Biss? Hat dieser unsägliche Schiedsrichter Konsequenzen zu erwarten? Weiterlesen

Ambitionen


Veröffentlicht am 18. April 2014

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Fulham FC zu Gast an der White Hart Lane

Juande Ramos schien der richtige Mann für die Spurs. Der spanische Trainer hatte in zweijähriger Amtszeit mit dem FC Sevilla die Copa del Rey gewonnen, aber vor allem mit zwei UEFA-Cup Siegen auf kontinentaler Bühne für Furore gesorgt. Auf diesem internationalen Parkett wollten auch die Spurs aus London endlich tanzen, dafür musste man in der Premier League aber erst in die entsprechenden Ränge vorstoßen. Ambitioniert und mit großen Plänen wurde Ramos 2007 in London als neuer Manager der Tottenham Hotspurs vorgestellt. Das Abenteuer misslang gründlich. Zwar gewann man mit dem Liga-Cup endlich mal wieder eine Trophäe, aber der schlechteste Saisonstart der Vereinsgeschichte sorgte im Oktober 2008 für einen spektakulären Trainerwechsel. Der schweigsame und als modern apostrophierte Ramos war Geschichte und ein klassisches englisches Manager-Modell, Harry Redknapp, übernahm das Zepter an der White Hart Lane. Weiterlesen

Trio mit Ambitionen


Veröffentlicht am 19. März 2014

Drei Trainer können Champions League 2014 zum dritten Mal gewinnen

Im Viertelfinale der Champions League drei Männer, denen die begehrte Trophäe zweimal als Trainer in die Hände kam. Jedem, dem Italiener Carlo Ancelotti, dem Katalanen Pep Guardiola und dem Portugiesen José Mourinho ist der dritte Wurf zuzutrauen. Weiterlesen

Vierbeiner im Fußballhimmel


Veröffentlicht am 20. Juni 2013

Pickles, Englands Retter

Wäre ohne ihn die Fußballgeschichte anders verlaufen? Nur, weil er mal ins Gebüsch musste? Vorweg gesagt, es geht hierbei nicht um das Mitglied einer Königsfamilie aber die Szene spielt in England. Der Londoner David Corbett beendete am 27. März 1966 mit seinem Hund den abendlichen Spaziergang und wollte in einer nahegelegenen Telefonzelle noch ein Gespräch führen. Derweil fing sein Mischlingshund Pickles an, unter einer Hecke zu buddeln. Weiterlesen