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Schon Tucholsky wusste


Veröffentlicht am 27. Oktober 2018

„Sport kostet Geld. Gewöhnlich das Geld desjenigen, der ihn betreibt. Es gibt ja Champions, die werden von den Unternehmern bezahlt – und die holen das Geld hundertfach wieder herein vom neugierigen Publikum. Aber wenn unsereiner, so der bescheidene Privatmann, einen Sport betreibt, dann kostet er unser Geld. Ausstattung und Kleidung und Zeit und Fahrgeld und Miete für den Platz und all das.“

(Ignaz Wrobel, Artikel in Berliner Volkszeitung, 13. Juni 1920)

 

Auf den Gabentisch – Weihnachtsempfehlung I


Veröffentlicht am 14. Dezember 2014

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Berliner Fußballplätze und Stadien

Fußball einmal anders. Aber pur und mit Genuss. Arm und sexy bezeichnete ein Berliner Bürgermeister seine Stadt. Er vergaß dabei etwas fundamentales, Berlin war stets sportlich, immer fußballverrückt und ständig in Bewegung. „Der Berliner hat keine Zeit. Er hat immer etwas vor, er telefoniert und verabredet sich, kommt abgehetzt zu einer Verabredung und etwas zu spät – und hat sehr viel zu tun“, so einst Kurt Tucholsky, Berlins großer Journalist in einem seiner unvergessenen Wortgebilde über Deutschlands Hauptstadt. Wenn Tucholsky zum Buch griff, übertitelte er seine Rezensionen „Auf dem Nachttisch“. Diese Weihnachtsempfehlung unserer Redaktion hätte er dort sicher gern platziert. Ein engagiertes und kundiges Autorenteam hat im Verlag „edition else“ unter dem Titel „Rasen der Leidenschaften“ den Fußball Berlins anhand der Geschichte seiner Stadien und Fußballplätze eingefangen. Über ein Jahrhundert Berliner Fußballgeschichte wurden sachkundig dokumentiert, Freud und Leid einer Großstadt und seiner Menschen spiegeln sich in den Porträts der Fußballorte. Denoch ist dieses Buch kein lokal begrenztes Kompendium der Berliner Fußballbiographie, sondern vielmehr ein beeindruckendes Zeugnis deutscher und europäischer Fußballkultur. Dieses Buch kommt trotz historischer Last nie angestaubt oder antiquiert daher, es prickelt frisch und hebt den Blick erhellend, erzählt auch vom vibrierenden Temperament der Stadt Berlin und lädt zum sofortigen Spaziergang durch die Metropole an der Spree ein. Damit auch ein kommunikatives wie familienfreundliches Buch. Weiterlesen

Drei Edelfedern und der Fußball


Veröffentlicht am 13. November 2013

Jürgen Leinemann, Kurt Tucholsky und Egon Erwin Kisch

Reporter, Qualitätsjournalist und Herberger-Biograph Jürgen Leinemann (* 10. Mai 1937 in Celle, † 10. November 2013 in Berlin).

Reporter, Qualitätsjournalist und Herberger-Biograph Jürgen Leinemann (* 10. Mai 1937 in Celle, † 10. November 2013 in Berlin).

Er mochte Fußball und wusste auch darüber trefflich zu schreiben. Seine große Profession waren allerdings die Menschenporträts der politischen Klasse. Dieser Tage ist der langjährige Spiegel-Redakteur Jürgen Leinemann gestorben, ein Denkmal für Qualitätsjournalismus schon zu Lebzeiten. Leinemann kannte nicht nur den aufrechten Gang, er schrieb auch mit aufrechter Feder. Nähe zur politischen Führungsetage war sein berufliches Geschäft, kritische Distanz zu dieser Spezies sein journalistischer Kompass. Für seine Leser waren Leinemann-Texte immer eine Bereicherung. Auch der Fußball hatte Platz in diesem Journalistenleben. Weiterlesen