Schlagwort-Archive: TV

Neben dem Rasen


Veröffentlicht am 22. März 2016

Pfarrer Rainer M. Schießler (links).

Pfarrer Rainer M. Schießler (links).

Entspannung für die Osterzeit – Tipps für den Kopf

Wer der eintönigen Mattigkeit des aktuellen Fußballbetriebes einmal entrinnen möchte, der kann sich an Kultur und Unterhaltung gütlich tun. Ostern bietet Anlass. Neben der Hoffnung auf gutes Wetter besteht die reale Chance mit Buch, Film, TV und Spiel vorzüglich entspannt zu werden. Im Kino läuft „Spotlight“, die reale Geschichte der Redaktion des „Boston Globe“, die mit klassischem Journalismus, zäher Recherche und ohne Furcht vor politischem Druck den sexuellen Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche in Boston aufdeckte. Wer wissen will was eine gute Zeitung von Gazetten unterscheidet und sich an einem phantastischen Darstellerensemble erfreuen möchte, der sollte unbedingt ins Kino. Ein großer Film, der den Vergleich mit den „Unbestechlichen“ nicht scheuen muss und ein schändliches wie unverzeihliches Kapitel der Kirche. Packendes Kino. Ein helles Kapitel von Glauben und Kirche schlägt dagegen der Münchner Stadtpfarrer Rainer Maria Schießler auf. Mitten unter den Menschen versieht er lebensprall seinen Dienst. Ob Trauer oder Freude, ob Altar oder Motorrad, der Mann ist authentisch und eine personifizierte Hoffnung. Wer diesen Zeitgenossen nicht kennt, der hat etwas verpasst. Die Möglichkeit zum Kennenlernen ist nun gegeben. Im Kösel-Verlag kann man unter dem Titel „Himmel, Herrgott, Sakrament“ einen unverstellten Blick in die Ansichten und das große Herz dieses klugen Mannes werfen. Ein Blick der lohnt und bereichert. Weiterlesen

Struktureller Stillstand


Veröffentlicht am 1. September 2015

„Die Bundesliga ist den Weg der Professionalisierung nicht wirklich konsequent gegangen. Die größte Innovationsbremse ist der strukturelle Stillstand. In Deutschland existiert nach wie vor ein romantisiertes Vereins-Ideal und führt zu einem Festhalten an einer antiquierten 50+1-Regel. In vielen internationalen Ligen sind längst Investoren tätig. Dass damit kein Untergang der eigentlichen Fußball-Kultur einhergeht, zeigen ja gerade die Engländer, deren Tradition, Fair Play und Fan-Kultur hierzulande oft neidisch betrachtet werden. Die Struktur und Entscheidungswege unserer Bundesliga hemmen auch auf anderen Gebieten die Weiterentwicklung. Sei es bei der notwendigen technischen Unterstützung der Schiedsrichter oder in der TV-Vermarktung. Exklusives Pay-TV muss in Sachen Spitzen-Fußball endlich als selbstverständlich angesehen werden. Einerseits wollen wir international mithalten, die Strukturen sollen sich aber nicht an die Standards in anderen Ländern anpassen! Dass wir jetzt schon sportlich hinterherlaufen, hat sich in der letzten Europapokal-Saison gezeigt. Die Bayern-Erfolge haben den Blick auf die Konkurrenzfähigkeit der Bundesliga lediglich verzerrt.“

(Felix Magath, Kolumne Express-Köln, 31. August 2015)

Tiziano Crudeli – der lebendige Vesuv


Veröffentlicht am 5. März 2014

imago01904617m_c

Studiowände wackeln und Herzen schlagen höher

Seit Frank Sinatra weiß man was gutes Entertainment, es will gelernt sein. Dem Italiener liegt es im Blut, sei es auf der Bühne, einem Fußballplatz, dem Rednerpult oder einem TV-Studio. Pressesprecher italienischer Fußballvereine können in mehreren Sprachen Stakkato-Sätze abfeuern, wenn es gilt, die Vorzüge ihrer jeweiligen Vereine anzupreisen. Selbst Alex Ferguson gönnte solchem Wortschwall einst erstaunte wie anerkennende Seitenblicke. Manch Pressesprecher eines deutschen Vereins fürchtet sich dagegen vor der eigenen Sprache und der Deutlichkeit des Wortes, zittert sich gedankenfrei durch den Tag. Blasse Harmlosigkeit als Markenzeichen. Nur nicht auffallen! Da staunt der italienische Kollege. Was sollte er, nicht auffallen!? Das würde den Gang in langweilige Bedeutungslosigkeit zur Folge haben, weil ja auf Seiten der Berichterstatter in Italien noch lauter getrommelt, gebrüllt, gesiegt und gelitten wird. Nicht möglich, aber ja! Auf der Reporter-Seite sitzen wortgewaltige Schwergewichte. Manchmal wechseln diese auch die Seiten, die Grenzen dabei immer fließend. Dafür bekommt man dann gleich ein besonderes Paradebeispiel präsentiert, der Laute der Lautesten, das überflutende Fußball-Herz schlechthin. Jener, nebenher eine Art Pressesprecher des AC Milan und leidenschaftlicher TV- und Rundfunkmann, ist die vulkanartige Reporterlegende der Seria A: Tiziano Crudeli. Tiziano wer? Ein Name wie von Botticelli gemalt. Tiziano Crudeli. Weiterlesen

Nach erstem Training im Motspur Park


Veröffentlicht am 17. Februar 2014

imago11160242m_c

„Ich habe jetzt nur Zeit, um mit den Spielern zu arbeiten und bereite das Team für das wichtige Spiel am kommenden Samstag vor. Über alle anderen Dinge werden wir danach reden. Ich bin sicher, ich kann Fulham in der Premier League halten, weil ich in Deutschland so komplizierte Dinge auch schon erlebt und Clubs in einer ähnlichen Situation gerettet habe. Ich bin sehr zuversichtlich, es hier in England mit Fulham auch zu schaffen. Ich denke, zwölf Spiele sind genug, um uns in der Premier League zu halten. Wir brauchen Vertrauen und wir brauchen Teamgeist. Wir werden nächsten Samstag bei West Bromwich loslegen. Wenn die Fans uns zu 100 Prozent unterstützen und die Spieler 100 Prozent in den nächsten Tagen geben, bin ich sicher, dass wir das Potenzial haben, um den Abstieg zu vermeiden. Ich denke, dass wir eine Mannschaft sind, die mehr Potenzial hat, als wir bisher gezeigt haben. Ich hoffe, unsere Fans werden uns im Spiel am kommenden Wochenende gegen West Bromwich unterstützen und wir können es besser machen als in unseren letzten Spielen.“

(Felix Magath, Fulham TV, 16. Februar 2014)

Tagebuch und Fußball bis ans Ende


Veröffentlicht am 9. Dezember 2013

Der Autor von „Tschick“ und „Sand“ spielte gerne Fußball

Wolfgang Herrndorf - Schriftsteller

Hobbyfußballer Wolfgang Herrndorf (1965 – 2013) – Schriftsteller, Maler u. Illustrator

Am 8. Oktober 2010 klingt es nach dem alltäglichen Leid eines Spielers: „Fußball in der Halle. Nachdem wochenlang jeder Direktpass von mir beim Gegner landete, geht’s heute wieder”. Sport und Fußball auch im Leben dieses bemerkenswerten Menschen. Im Tagebuch vom 2. Dezember 2011 finden wir „Zwei Tore geschossen, eins mit der Hacke”. Dieses Tagebuch, seit Wochen in aller Munde. Sein Verfasser, der Autor, Maler und Hobbyfußballer Wolfgang Herrndorf, starb durch eigene Hand im August 2013. Am Beginn des Jahres 2010 diagnostizierten die Ärzte bei Herrndorf einen unheilbaren Gehirntumor, die Begrenzung der Lebenszeit wurde mit einem Schlag überschaubar. Der Autor kapitulierte nicht, er stürzte sich in die Arbeit, schrieb weiter, begann auch umgehend ein digitales Tagebuch in Form eines Blogs zu führen, welcher nun als Buch auf dem Markt ist. Und er ging weiter zum Fußball, spielte oft und gern. Am 07. Oktober 2011 heißt es „Vom Verlag zum Fußball gerast und so gut gespielt wie lange nicht“. Das Buch bestimmt in diesen Tagen Feuilleton und Kulturteil von Zeitungen, Magazinen und TV Formaten. Der Buchtitel „Arbeit und Struktur“ ist mit dem Blog gleichen Namens identisch, ein Meisterwerk der Tagebuchliteratur, in dem der Sport seinen Platz hat. Unter dem 19. August 2011 bemerken wir „Fußball, nachdem ich fast verschlafen habe. Läuferisch gut.“ Wer aufmerksam liest, findet eben nicht nur einen großartigen Chronisten seiner selbst und klugen Beobachter unserer Zeit, sondern auch einen Menschen, der gerne Sport trieb, Zeit am Wasser verbrachte und die Natur liebte. Laufen, mit dem Rad fahren, Schwimmen, Volleyball, lange Spaziergänge, Eishockey und vor allem Fußball gehörten zum aktiven Leben, solange es eben ging. Am 27. Dezember 2010 ist zu lesen: „Fußball mit meinem Vater und seiner Gruppe, die seit knapp 50 Jahren zusammen spielt”. Eines darf auf keinen Fall übersehen und vergessen werden, der universelle Künstler Wolfgang Herrndorf war auch Mitglied der Fußballnationalmannschaft der Autoren namens „Autonama“. Diese wurde einst von keinem Geringeren als von Hans Meyer trainiert. Wolfgang Herrndorf wird also nicht nur als großartiger Schriftsteller in Erinnerung bleiben, sondern auch als ein begeisterter und leidenschaftlicher Hobbyfußballer. Es würde ihn freuen. Wie heißt es im Tagebucheintrag vom 14. Mai 2010: „Nach langer Zeit wieder Fußball in der Bergstraße. Wie schon beim letzten Mal kämpfe ich mit der Nostalgie…”

(Zitate: Wolfgang Herrndorf, „Arbeit und Struktur“, Rowohlt-Berlin, Dezember 2013)

Redaktion Magath & Fußball

Magath bei DAS! im NDR


Veröffentlicht am 14. Oktober 2013

Fußball in der Jugend
„Seit ich laufen konnte habe ich gegen den Ball getreten und mich dann auch schnell einem Verein – dem VfR Nilkheim – angeschlossen.“

Derzeitiger Blick auf den Fußball
„Ich bin ja in einer schönen Situation, habe lange in der Branche Fußball gewirkt, den einen oder anderen Erfolg erreicht. Im Moment schaue ich mir die ganzen Dinge von der Seitenlinie an. Natürlich sehe ich zur Zeit mehr Spiele auch am TV-Gerät, schaue Bundesliga, Zweite Liga und internationalen Fußball.“

Final-Tor gegen Juventus
„Ich werde immer wieder an dieses Tor erinnert – vor allem von einem Teil der italienischen Fans. Vor ein paar Jahren habe ich von Mitgliedern eines Fanclubs von Lazio Rom sogar eine Flasche Champagner deswegen geschenkt bekommen. Selber bin ich ein Mensch, der nach vorn schaut und nicht zurück, ich habe anderes zu tun, als an ein Tor zu denken was ich mal geschossen habe.“

HSV
„Selbstverständlich könnte ich mir noch weitere schöne Momente mit dem HSV vorstellen. Wobei ich niemand bin, der viel träumt. Ich bin eher jemand, der sich umsieht und schaut, was ist realistisch in der Zukunft noch machbar.“

„Nicht nur der Investor Klaus-Michael Kühne hat ja die Struktur des HSV als problematisch erkannt. Auch Verantwortliche aus dem Verein, die auch Kontakt zu Herrn Kühne haben, sehen dies so. Im Moment scheuen sich wohl einige, dahingehend etwas zu verändern.

Nürnberg
„Mein Name wurde einfach benutzt, es wurden Gerüchte gestreut obwohl es weder Gespräche noch Verhandlungen gegeben hat.“

Veränderungen im Fußballgeschäft
„Ich habe früher mehr trainiert. Es war mehr möglich. Das Fußballgeschäft hat sich in den letzten Jahren aber sehr verändert. Spieler werden heute mehr in der Außendarstellung beansprucht und weniger im sportlichen Bereich. Bei Top-Clubs werden zum Beispiel viele Termine auch für Sponsoren nötig. PR-Termine sorgen auch für Belastung, wenn der Spieler zu einem Termin schnell mal nach London muss. Es fehlt dann schon die richtige Regeneration. Der Spieler bringt im Anschluss daran zum Beispiel den weniger Schlaf und die falsche Ernährung nicht in Zusammenhang mit dem Training und empfindet dies plötzlich als eine größere Belastung.“

Berufliche Träume
„Die Erfolge, die ich als Spieler hatte, wollte ich auch als Trainer erreichen. Es fehlt noch der Champions-League-Titel. Man kann ja eine Mannschaft dafür reif machen…“

(Felix Magath im NDR, Gast auf dem Roten Sofa bei DAS!, 13. Oktober 2013)