Schlagwort-Archive: UEFA Champions League

Wolfsburgs Big Point in Moskau


Veröffentlicht am 26. November 2015

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VfL überwintert in Europa und schielt vor dem Finale gegen Manchester auf den Gruppensieg

Ausgerechnet André Schürrle. Der Mann, der im Februar dieses Jahres mit einem über 30 Millionen Euro schweren Rucksack und allerlei Weltmeister-Lorbeeren von der Stamford Bridge an den Mittellandkanal gewechselt war, enttäuschte in der Autostadt bislang auf ganzer Linie und fand sich bei Dieter Hecking zuletzt nicht selten auf der Wolfsburger Ersatzbank wieder. Auch in der Khimki Arena am Moskauer Stadtrand hatte Schürrle gegen ZSKA nicht zur Anfangsformation der Wölfe gezählt und kam erst nach über einer Stunde für Daniel Caligiuri in die Partie. Bis dahin war es ein Spiel ohne echte Höhepunkte, mit leichten Vorteilen aufseiten der Gastgeber, die kurze Zeit später in Person des Ex-Kölners Zoran Tošić den Pfosten trafen. Der VfL wackelte kurz und längst schon wurden Erinnerungen wach an den bislang ersten und einzigen Champions League Auftritt der Niedersachsen in der Saison 2009/10, als man ebenfalls am fünften Gruppenspieltag bei ZSKA 1:2 unterlag und seine gute Ausgangsposition auf ein Weiterkommen noch verspielte. Diesmal allerdings war da ja André Schürrle. Fünf Minuten nach dem Moskauer Aluminiumschuss warf sich Bas Dost in einen von Dante aus der eigenen Hälfte geschlagenen Ball und verlängerte diesen auf Wolfsburgs Edeljoker, der aus spitzem Winkel einfach mal abzog und dabei Glück hatte, dass sich Igor Akinfeev die Kugel sozusagen selbst ins Netz legte. Die zu diesem Zeitpunkt durchaus überraschende Führung der Grün-Weißen änderte am Spielverlauf wenig, ZSKA blieb tonangebend ohne allerdings für übermäßige Torgefahr sorgen zu können. So war es schließlich wieder Schürrle, der diesmal auf Vorlage des ebenfalls eingewechselten Sebastian Jung zwei Minuten vor dem Ende alles klar machte. Weiterlesen

Bayern-Gala überstrahlt den Rest


Veröffentlicht am 5. November 2015

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Gladbach stark aber glücklos, Leverkusen im Tiefschlaf, Wolfsburg schwach

Vier von sechs Champions League Gruppenspieltagen sind absolviert und erwartungsgemäß kann sich nur der FC Bayern sicher sein, nach der Winterpause weiter in der Königsklasse vertreten zu sein. Das deutsche Flaggschiff auf Europas größter Fußballbühne revanchierte sich für die 0:2-Niederlage in London mit einem grandiosen 5:1-Kantersieg über den in der Premier League zuletzt beständig und gut aufspielenden FC Arsenal, der auf Münchner Boden der Musik diesmal von Anfang an hinterher lief. Schon nach zehn Minuten verspekulierte sich Innenverteidiger Gabriel Paulista bei einer Flanke von Thiago, Robert Lewandowski stand nicht im Abseits und köpfte Bayern in Front. Noch vor der Pause erhöhten Thomas Müller und David Alaba mit einem fulminanten Distanzschuss genau in den rechten Torwinkel. Die Gunners auch nach Wiederanpfiff chancenlos und endgültig besiegt, als der wenige Sekunden zuvor eingewechselte Arjen Robben einen schönen Spielzug der Hausherren über Douglas Costa und Alaba problemlos vollendete. Immerhin gelang den Engländern nach 69 Minuten der schönste Treffer des Abends: Alexis Sánchez flankte auf den formstarken Olivier Giroud, der das Leder nach technisch perfekter Annahme ansatzlos per Seitfallzieher in die Maschen beförderte. Ein Traumtor, das jedoch die Bayern noch einmal auf den Plan rief – Müller blieb auf Vorlage von Douglas Costa der Schlusspunkt vorbehalten. Der achte Champions League Heimsieg in Serie bei einem überirdisch anmutenden Trefferverhältnis von 34:4 bestätigt die beachtliche Frühform des Rekordmeisters. Obgleich die begehrten Trophäen und Titel bekanntlich erst im Mai vergeben werden, sucht man eine bessere Mannschaft auf unserem Kontinent derzeit vergebens. Es braucht daher auch nicht allzu viel Fantasie, um sich Pep Guardiolas FC Bayern als einen der ersten Anwärter auf den Henkelpott vorzustellen. Während die Münchner verlässlich wie eh und je die deutsche Fahne durch Europa tragen, darf der Auftritt der anderen drei Bundesligisten allerdings bestenfalls als durchwachsen bezeichnet werden. Ein Blick auf das Geschehen in den acht Vorrundengruppen. Weiterlesen

Die Sache mit dem Elfer…


Veröffentlicht am 1. Oktober 2015

Sicher verwandelt: Juan Mata lässt sich die Chance zum Ausgleich aus elf Metern nicht entgehen.

Sicher verwandelt: Juan Mata lässt sich die Chance zum Ausgleich nicht entgehen.

Wölfe und Fohlen mit knappen Niederlagen gegen Manchester – Ein Überblick über den zweiten Spieltag in der Champions League Gruppenphase

Mit einem Paukenschlag begann die Partie im Old Trafford: Die grün-weißen Gäste aus Wolfsburg kombinierten sich sehenswert durch die Abwehrreihe der Red Devils und gingen bereits nach fünf Minuten durch Daniel Caligiuri in Front – da staunten die knapp 75.000 Zuschauer in Manchester nicht schlecht. Als hätten die Mannen von Louis van Gaal ein solches Hallo-Wach-Signal unbedingt gebraucht, spielte bis zur Halbzeitpause fortan nur noch United. Wayne Rooney ließ die große Chance zum Ausgleich noch liegen, kurz darauf aber deutete Schiedsrichter Viktor Kassai aus Ungarn auf den Punkt. Torschütze Caligiuri bekam das Spielgerät im eigenen Sechzehner aus kurzer Distanz an den Unterarm geflankt – Absicht oder nicht, eine schwierige Entscheidung. Der Spanier Juan Mata jedenfalls blieb eiskalt und vollstreckte sicher links unten. Die Wölfe mit dem Stand von 1:1 beim Gang in die Kabine sicher nicht unzufrieden, nach dem Seitenwechsel allerdings ging das Anrennen des Premier League Tabellenführers unvermindert weiter. Einen abgeblockten Schussversuch des starken Bastian Schweinsteigers verlängerte wieder Mata geistesgegenwärtig und mit der Hacke über die VfL-Defensive in den Strafraum, wo Innenverteidiger Chris Smalling am schnellsten geschaltet hatte und das Leder ins Tor bugsierte. Mit der 2:1-Führung im Rücken zog sich Manchester United jetzt unerklärlich weit zurück, wenig bis nichts war mehr zu sehen von der millionenschweren Luxus-Offensive der Engländer. Wolfsburg nun mit der zweiten Luft und dem Mute der Verzweiflung, der eingewechselte André Schürrle und Ricardo Rodríguez kamen dem Ausgleich noch einmal ganz nah. Unterm Strich stand für den Bundesliga Vizemeister in Manchester letztlich trotz guter Leistung eine knappe Niederlage, einen Punkt aber hätte sich der VfL allemal verdient gehabt. Ganz ähnlich erging es derweil der Gladbacher Borussia im Duell mit Uniteds Stadtrivalen. Weiterlesen

Viel Lob aber keine Punkte


Veröffentlicht am 30. September 2015

Matchwinner: Luis Suárez (hier beackert von Giulio Donati und Karim Bellarabi) war gegen Bayer 04 lange Zeit gar nicht zu sehen, in der Schlussphase aber zur Stelle.

Matchwinner: Luis Suárez (hier beackert von Giulio Donati und Karim Bellarabi) war gegen Bayer 04 lange Zeit gar nicht zu sehen, in der Schlussphase aber zur Stelle.

Starkes Leverkusen gibt Sieg im Camp Nou aus der Hand – Bayern-Gala gegen Zagreb

Zwei Minuten reichten dem FC Barcelona am zweiten Gruppenspieltag der Champions League, um einen völlig verdienten 0:1-Rückstand gegen eine stark aufspielende Bayer-Elf noch in einen glücklichen 2:1-Sieg zu verwandeln. Ohne Lionel Messi – der Argentinier wird den Katalanen nach einer im Ligaspiel gegen Las Palmas erlittenen Knieverletzung wohl sechs bis acht Wochen fehlen – mangelte es dem Titelverteidiger spürbar an Durchschlagskraft und Esprit, lange Zeit drohte nach dem 1:1 in Rom vor zwei Wochen ein Fehlstart. Den Spielverlauf aber einzig und allein am Fehlen des vierfachen Weltfußballers festzumachen, käme der Leverkusener Leistung im Camp Nou nicht gerecht. Lange nämlich war Bayer 04 schlicht und ergreifend die bessere Mannschaft. Die von Abwehrmann Kyriakos Papadopoulos per Kopf erzielte Führung (22.) daher alles andere als unverdient, wenngleich der Grieche von einem Missverständnis zwischen Jérémy Mathieu und Marc-André ter-Stegen profitierte. Zunächst mit hohem Laufaufwand und aggressivem Pressing bis vor den gegnerischen Strafraum, später mit großer Ordnung und taktischer Disziplin im Mittelfeld zog der Bundesliga-Fünfte dem spanischen Tabellenführer den Zahn, ließ Barca nur selten einmal zur Entfaltung kommen. Nach dem Seitenwechsel zunächst ein ähnliches Bild und die Riesenchance für Chicharito, auf 0:2 zu stellen. Der Mexikaner aber geriet in Rücklage, semmelte das Leder in die Wolken und vergab eine mögliche Entscheidung. Unwahrscheinlich, dass sich die Blaugrana an diesem Tag von einem Zwei-Tore-Rückstand erholt hätte. So aber kam es, wie es kommen musste. Weiterlesen

Bundesliga vs. Manchester


Veröffentlicht am 27. September 2015

Kevin De Bruyne hat eine erste starke Woche bei City hinter sich: Drei Tore und eine Vorlage lieferte der Belgier in seinen letzten drei Pflichtspielen.

Kevin De Bruyne hat eine erste starke Woche bei City hinter sich: Drei Tore und eine Vorlage lieferte der Belgier in seinen letzten drei Pflichtspielen.

Tabellenspitze der Premier League trifft auf Fohlen und Wölfe

Zwei Duelle Bundesliga gegen Premier League stehen auf dem Plan des kommenden Spieltags der Champions League. Die Hälfte der deutschen Starter setzt sich mit dem Fußball der Stadt Manchester auseinander. Wackelnde Wölfe reisen zu Manchester United, berappelte Fohlen empfangen Manchester City. Ein Blick auf die Tabellenspitze der Premier League lohnt: Louis van Gaal hat sein Team mit unspektakulärem Fußball und stimmenden Ergebnissen auf Tabellenplatz eins gebracht, die Spieler finden sich zu einer Mannschaft. Diese Tabellenführung beruht auch auf dem kollektiven Schwächeln der angeblichen Großteams, deren Spiele und Ergebnisse einen gewissen Lotteriecharakter tragen. Weiterlesen

Road to Berlin


Veröffentlicht am 5. Mai 2015

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Wer übersteht die letzte Etappe?

Zum allerersten Mal kehrt Pep Guardiola am Mittwoch zwar als respektierter Freund, aber auch als erbitterter Gegner an den Ort zurück, der ihn einst zu dem werden ließ, der er heute ist. Die Voraussetzungen für den Architekten jenes schwindelerregenden Tiki-Taka Barca-Spiels, das an guten Tagen jede Mannschaft der Welt aussehen lässt wie eine Schülerauswahl, sind im Camp Nou diesmal allerdings bei weitem nicht ideal, denn Guardiolas Bayern plagen große Verletzungssorgen. Während die Katalanen ihren Zögling mit dem Rückenwind von 14 Ligatreffern aus den letzten beiden Partien gegen Getafe und Córdoba empfangen, mussten die Münchner nach dem Pokalaus gegen Dortmund am Wochenende auch eine Niederlage in Leverkusen verdauen. Das Team von Luis Enrique, der in seinem ersten Jahr als Barca-Coach weiterhin nicht weniger als das Triple im Visier hat, sinnt auf Revanche für das Halbfinal-Aus vor zwei Jahren und ist der klare Favorit. Hierzulande etwas im Schatten des Guardiola-Spektakels, dabei aber nicht weniger klangvoll, das zweite Halbfinale zwischen Juventus Turin und Real Madrid – der Ausgang nur schwerlich vorherzusehen. Bei den Königlichen strebt Carlo Ancelotti nicht nur die erste Titelverteidigung der Wettbewerbsgeschichte, sondern die sage und schreibe vierte Champions League Trophäe seiner Trainerkarriere an – nicht zu vergessen seine beiden als Spieler des AC Mailand errungenen Europacups der Landesmeister. Rekordverdächtig in jeder Hinsicht. Real in La Liga zuletzt mit sieben Siegen am Stück, dabei mit 27 Toren ebenso treffsicher wie der große Rivale aus Katalonien. Juve allerdings muss Reals Offensive nicht fürchten, hat in 34 Ligaspielen bislang erst 19 Gegentore geschluckt und betritt die größte Bühne seit der Finalniederlage 2003 in Manchester gegen Ancelottis Milan obendrein als frischgebackener italienischer Meister. Für Massimiliano Allegri birgt dieses Duell sicherlich auch so etwas wie eine europäische Reifeprüfung. Spannende Tage in den elitären Fußballhochburgen des Kontinents, manch vollmundiger Trainer-Gigant längst außen vor. Guardiola oder Luis Enrique? Ancelotti oder Allegri? Wer übersteht auf der Road to Berlin auch die letzte Etappe? Weiterlesen