Schlagwort-Archive: Uruguay

Jugend forscht


Veröffentlicht am 28. Oktober 2015

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Schachzug oder Strategie – Bundesligist zwischen Leichtsinn und Zukunftsmusik

Goethe schrieb seinen Werther mit 25, Thomas Mann die Buddenbrooks mit 26 und Georg Büchner war mit 24 Jahren bereits tot, hinterließ uns aber den Woyzeck. 26 Lenze zählte Mozart, als er die Entführung aus dem Serail komponierte. Albert Einstein revolutionierte 1905 mit 26 Jahren durch die spezielle Relativitätstheorie das physikalische Weltbild. 28 Jahre zählte T. E. Lawrence, als er 1916 den arabischen Aufstand anführte. Mit 27 Jahren zog Winston Churchill erstmals ins britische Unterhaus ein. Marlon Brando spielte den Stanley Kowalski in Endstation Sehnsucht mit 27 Jahren auf der Leinwand. Steve Jobs gründete mit 21 die Apple Computer Company, Bill Gates mit 20 Jahren die Firma Microsoft. Mit 28 Jahren wird ein derzeitiger Nachwuchstrainer im kommenden Sommer eine Bundesligamannschaft trainieren. Warum nicht? Es kann funktionieren oder in einem fürchterlichen Katzenjammer enden. Erst Praxistest wie Alltag werden zeigen, ob diese Lösung praktikabel und von Erfolg gekrönt. TSG 1899 Hoffenheim und Julian Nagelsmann soll das neue Traumduo also heißen. Ob die frühe Bekanntgabe und ein monatelanges Medienspektakel dem jungen Mann und der Sache dienen, man darf es bezweifeln. Einige Vereine scheinen die Position des Trainers ohnehin nicht mehr als wichtiges Kraftfeld des Clubs, sondern eher als Bauer auf dem Schachbrett zu betrachten. Fliegt der eine, zieht der nächste. „Jugend forscht“ ist im Fußball nicht so arg neu, wie nun überall getan wird. Der Uruguayer Alberto Suppici gewann als Trainer mit seinem Land die erste Weltmeisterschaft im Fußball. Als Suppici am 30. Juli 1930 den 4:2 Endspielsieg der Urus über Argentinien von der Seitenlinie aus lenkte und den Titel gewann, war er 31 Jahre alt. Alles war schon einmal da.

Redaktion Magath & Fußball

Zwischen Fußballfeld und Stadionlaufbahn


Veröffentlicht am 1. August 2015

Im Finale gegen Aston Villa gewann Club Atlético Peñarol 1982 zum dritten Mal den Weltpokal. Die große Zeit von Isabelion Gradín war da schon lange vorbei.

Im Finale gegen Aston Villa gewann Club Atlético Peñarol 1982 zum dritten Mal den Weltpokal. Die große Zeit von Isabelino Gradín war da schon lange vorbei.

Isabelino Gradín war ein besonderer Sportler

In Süd- wie Mittelamerika schwärmt man gerade vom Mexikaner Jürgen Damm, dem Flügelflitzer vom diesjährigen Copa Libertadores Finalisten UANL Tigres aus Mexiko. Der ist schnell wie die legendäre Trickfilm-Maus „Speedy Gonzales“, bringt es mit dem Ball am Fuß laut Messdaten auf etwa 35 Kilometer pro Stunde, darin ähnlich dem Waliser Gareth Bale. Beide Flügelflitzer werden als Tempowunder gehandelt, haben allerdings darin kein Alleinstellungsmerkmal. Schon in alter Fußballzeit gab es einen flotten wie legendären Vorläufer, der ihnen in nichts nachstand, einst auf schnellen Füßen unterwegs war. Seine Laufleistungen wurden allerdings mit Medaillen gekrönt. Wer durch die Ciudad Vieja schlendert, die traumhafte Altstadt von Uruguays Hauptstadt Montevideo, kann über kurz oder lang auch auf die Plaza Isabelino Gradín gelangen und eine Denkmalstelle mit gleichem Namen entdecken. Benannt nach einem der großen Fußballer und Sportler Lateinamerikas: Isabelino Gradín. Weiterlesen

Chile im Finale


Veröffentlicht am 30. Juni 2015

Charles Aránguiz und Torschütze Eduardo Vargas bejubeln die chilenische Führung.

Charles Aránguiz und Torschütze Eduardo Vargas bejubeln die chilenische Führung.

Vargas-Doppelpack und der nächste heftig umstrittene Platzverweis

Der Gastgeber hat es geschafft! Durch einen 2:1-Erfolg über Peru erreichten die Chilenen in der Nacht von Montag auf Dienstag im Nationalstadion der Hauptstadt Santiago de Chile das Endspiel der Copa América 2015 im eigenen Land. Matchwinner für das Team von Jorge Sampaoli dabei ein Mann vom SSC Neapel: Eduardo Vargas sicherte La Roja mit seinen Turniertoren drei und vier den dritten Finaleinzug nach 1979 und 1987. Wie schon im Viertelfinale gegen Uruguay, als der brasilianische Schiedsrichter Sandro Meira Ricci den Topstar der Urus Edinson Cavani nach fragwürdiger Einlage des inzwischen nachträglich gesperrten Mainzers Gonzalo Jara des Feldes verwies, stand auch im Halbfinale der Unparteiische besonders im Blickpunkt. Mitte der ersten Halbzeit schon schickte José Ramón Argote Vega aus Venezuela den peruanischen Innenverteidiger Carlos Zambrano mit Rot vom Platz und brachte die Hausherren damit unweigerlich auf die Siegerstraße. Weiterlesen

Gastgeber schlägt Titelverteidiger


Veröffentlicht am 25. Juni 2015

Flugstunde mit Viertelfinal-Held Mauricio Isla.

Flugstunde mit Viertelfinal-Held Mauricio Isla.

Chile nach umkämpftem 1:0-Sieg über Uruguay im Halbfinale

Das erste Viertelfinale der Copa América 2015 wurde in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag zu jener engen Angelegenheit, die man im Vorfeld erwarten durfte. Zwar dominierte Chile die Partie in der Landeshauptstadt Santiago über weite Strecken und erreichte teils sehr hohe Ballbesitzquoten, Uruguay aber stellte dem Anrennen der Hausherren einen geschlossenen Defensivverbund entgegen, in dem mit Diego Godín und José María Giménez ein Innenverteidigerduo von Atlético Madrid glänzend Regie führte. Begünstigt durch den Platzverweis von Edinson Cavani nach wenig mehr als einer Stunde, kam „La Roja“ in der Endphase der Begegnung jedoch zusehends stärker auf und belohnte sich nach 81 Minuten mit dem verdienten Siegtreffer. Abwehrmann Mauricio Isla, in der vergangenen Saison von Juventus Turin an die Queens Park Rangers verliehen, bezwang Fernando Muslera im Kasten der Celeste mit einem satten Schuss von der Strafraumkante. Weiterlesen

Handfeste Duelle


Veröffentlicht am 18. Juni 2015

Arturo Vidal (links) im Zweikampf mit dem Mexikaner Jesús Manuel Corona.

Arturo Vidal (links) im Zweikampf mit dem Mexikaner Jesús Manuel Corona.

Kämpferischer Fortgang der Copa 2015 in Chile

Die Copa bietet die großen Kontinentalstars als exotische Sensation, kennt man in Südamerika die heimischen Kicker doch eher aus Netz und Glotze. Wer was auf sich zählt und zu den Großen des Fußballs gehört, verdingt sich natürlich im fernen Europa. Einer dieser Exoten ist seit acht Jahren in Europa unterwegs und bescherte seinen Landsleuten mit einem Paukenschlag Einblicke in das Universum vermeintlicher Stars, in deren geistiger Welt keine Regeln gelten. Eine Alkoholfahrt des Juve-Spielers Arturo Vidal – nebst Unfall und polizeilicher Ermittlungen – füllte die Sportseiten und Boulevardgazetten und überstrahlte seine drei Turniertore. Chiles 3:3 gegen Mexiko war eine herbe Enttäuschung für die Gastgeber. Vidal glich in der ersten Halbzeit mit wuchtigem Kopfball zum 1:1 aus und verwandelte im zweiten Durchgang seinen zweiten Turnier-Elfmeter zur 3:2-Führung. Die Mexikaner ließen sich nicht abschütteln und erzielten noch den Ausgleich zum 3:3. Die Zuschauer sahen ein teilweise attraktives Spiel, die Tore taten ein Übriges zur guten Stimmung im Stadion. Ebenfalls torreich eine andere Partie. Bolivien setzte sich mit 3:2 gegen Ecuador durch. Mit dem Sieg in Valparaíso konnte die bolivianische Nationalmannschaft eine 18-jährige Not ohne Sieg in der Copa endlich beenden. Kurz vor Schluss wäre Ecuador fast der Ausgleich gelungen, so bleibt man weiterhin ohne jeden Punkt und muss im nächsten Spiel gegen Mexiko unbedingt gewinnen. Winnie Schäfer’s Jamaika bleibt weiter ohne Tor und Punkt, auch gegen Paraguay musste man sich knapp mit 0:1 geschlagen geben. Weiterlesen

Schleppender Auftakt


Veröffentlicht am 14. Juni 2015

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Noch fehlen der Copa 2015 Schwung und Leidenschaft

Gastgeber Chile, Mitfavorit Argentinien und Titelverteidiger Uruguay gaben bei der Copa ihren Einstand. Die Chilenen sehen sich reif für den ersten Titel, eine begeisterungsfähige Fußballgemeinde glaubt daran. Die Nationalmannschaft gestaltete das Eröffnungsspiel gegen Ecuador. In einer mäßigen Partie tat sich das Team des temperamentvollen Trainers Jorge Sampaoli dabei schwer. Ecuador hielt die Partie lange offen. Der späte Sieg durch Tore von Arturo Vidal, der in der 67. Minute einen Foulelfmeter zur 1:0-Führung verwandelte, und der entscheidende 2:0-Treffer von Eduardo Vargas in der 84. Minute war am Ende allerdings hochverdient. Für den angestrebten Titel ist eine deutliche Steigerung der Gastgeber wohl nötig. Weiterlesen

Gastgeber fällt nicht vom Drahtseil


Veröffentlicht am 29. Juni 2014

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Brasilien und Kolumbien im Viertelfinale

Mit Chile ist die zäheste Mannschaft aus dem Turnier geschieden, der Ausdruck geflogen verbietet sich. Wer etwas über Power im Fußball lernen will, der sollte auf diese Mannschaft blicken. Das Tor war der Feind, die Querlatte verbaute ihnen den Einzug ins Viertelfinale, der Pfosten ließ sie im Elfmeterschießen unterliegen. Pech. Im Glück dagegen Gastgeber Brasilien, welcher trotz höherer Chancenquote mit zunehmender Spielzeit an seiner Favoritenrolle zu ersticken drohte. Selbst der erfahre Trainer-Haudegen Scolari wirkte an der Seitenlinie wie ein ratloser Herbergsvater, dem seine Schar längst abhandengekommen, während sein Gegenüber Sampaoli den Eindruck erweckte, sich jeden Moment selbst einwechseln zu wollen. Die Gastgeber wackelten auf dem Drahtseil des Achtelfinals, aber sie stürzten nicht. Für Brasilien könnte dieser Lotterie-Sieg über Chile eine Initialzündung sein. Ob allerdings ein Hulk, ein Fred und ein Jo auch nur im Entferntesten ein Weltmeister-Gen in sich tragen, es darf bezweifelt werden. Der Teamspirit, der stimmt bei der Seleção allerdings. Wille, Leidenschaft und Glaube haben schon oft Berge versetzt, im Leben wie im Fußball. Weiterlesen

Verbales Donnergrollen


Veröffentlicht am 28. Juni 2014

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„Wir hatten Pelé, wir hatten Ronaldo, wir hatten Romario, Rivaldo und Ronaldinho, aber einen wie Neymar hatten wir noch nie.“
(Luiz-Felipe Scolari, Brasilien)

„Mir ist nicht bange. Wir haben viele junge, gute Spieler. Wir stehen am Ende einer sechsjährigen, sehr erfolgreichen Ära. Es wird jetzt weitergehen – wer auch immer der Trainer sein wird.“
(Vicente del Bosque, Spanien)

„Wenn wir ins Finale wollen, müssen wir jeden Gegner schlagen. Wir fangen deshalb jetzt nicht an, zu rechnen und zu spekulieren, wem wir aus dem Weg gehen wollen.“
(Joachim Löw, Deutschland)

„Balotelli war Teil des Projekts, und es war kein siegreiches Projekt.“
(Cesare Prandelli, Italien)

„Im Fußball gibt es keinen Platz für Angst, die gibt es nur im richtigen Leben. Sorgen vielleicht, aber nicht Angst.“
(Óscar Tabárez, Uruguay)

„Die FIFA spricht immer von Fair Play, und dann spielt sie immer mit solchen Tricks. Das ist nicht gut, das ist kein Fair Play. Warum zur Hölle tun sie das?“
(Louis van Gaal, Holland)

„Wenn du etwas zu sagen hast, dann reiß dich zusammen und hab wenigstens die Eier, es den Leuten ins Gesicht zu sagen.“
(Miguel Herrera, Mexiko)

„Ich denke, der größte Sieg ist immer der nächste.“
(Jorge Sampaoli, Chile)

„Es macht mich stolz, die Spieler verdienen diese Beachtung.“
(Jorge Luis Pinto, Costa Rica)

„Wenn du einen Spieler wie Messi hast, gibt es immer eine Abhängigkeit. Wir versuchen, diese zu verkleinern.“
(Alejandro Sabella, Argentinien)

„Wir können Geschichte schreiben, hier in Südamerika, wo schon einige Europäer ausgeschieden sind, Argentinien schlagen.“
(Ottmar Hitzfeld, Schweiz)

„Das US-Team bestreitet ein kritisches WM-Spiel gegen Deutschland, und wir brauchen die volle Unterstützung der Nation, wenn wir in die nächste Runde kommen wollen.“
(Jürgen Klinsmann, USA)

„Der Verband hat mich gebeten, weiterzumachen. Ich bin sehr froh, dass sie mich noch wollen.“
(Roy Hodgson, England)

„Wenn du immer nur in der gleichen Liga spielst, dann wirst du dich nur schwer verbessern. Das hält den russischen Fußball auf.“
(Fabio Capello, Russland)

„Ich wollte uns nach vorne bringen und die Qualifikation für das Achtelfinale schaffen. Ich übernehme die volle Verantwortung.“
(Alberto Zaccheroni, Japan)

Aus dem Sattel geworfen


Veröffentlicht am 25. Juni 2014

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Italien geschlagen, England ohne Sieg, Uruguay mit Biss, Costa Rica heldenhaft

Wie es bei Shakespeare heißt, wenn zwei auf einem Pferd reiten, muss der eine hinten aufsitzen. Im Falle des Finales in Gruppe D zwischen Italien und Uruguay fiel einer vom Gaul, das Heimatland des weltberühmten Barden aus Stratford-upon-Avon schaffte es nicht mal zum finalen Ritt und die staunenswerten Männer aus Costa Rica hatten den Showdown nicht nötig, waren längst am Ziel. Ihnen gebührt Anerkennung und Respekt für eine großartige Leistung, drei Ex-Weltmeister konnten das Team von Jorge Luis Pinto nicht bezwingen und scheiterten an dieser als Mannschaft auftretenden Einheit. Italien tritt wie das Mutterland des Fußballs geschlagen die Heimreise an. In der Folge des italienischen WM-Aus verlässt mit Cesare Prandelli ein Gentleman und Mensch vorerst die große Trainerbühne, ein Charakter der in der Trainergilde fehlen wird und diesem Berufsstand Ehre machte. Englands Roy Hodgson wird im Amt bleiben, so kündigten der englische Verband und der Trainer es bereits an. Apropos England. Tabellenletzter und ein mickriges Pünktchen, die Three Lions fahren erneut geschlagen und gedemütigt zurück in die Heimat. Uruguay dagegen eine Runde weiter, leider auf einer Siegesstraße mit fahlem Glanz. Stürmer Luis Suárez wird die Schlagzeilen bestimmen, weniger wegen seiner Torjägerqualität, sondern eher wegen seiner dentalen Schübe. Weiterlesen