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Erste Eindrücke aus der Champions League


Veröffentlicht am 17. September 2015

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Auftaktspieltag der Champions League ein englisches Desaster

Die Premier League ist ein glanzvolles Produkt und lässt Marketingherzen höher schlagen, im Fluss des großen Geldes schwimmt sie allen Ligen davon. Stellen sich die sportlichen Flaggschiffe von Englands Eliteliga der kontinentalen Leistungsschau Champions League, fallen sie dagegen regelmäßig vom Sockel. Dabei hinterlässt der englische Clubfußball den fatalen Eindruck, baldigst einen Schrittmacher für ein ungesund pochendes Fußballherz zu benötigen. Mit Ausnahme von Chelsea, die einen schwachen Gegner Maccabi Tel Aviv mit 4:0 bezwingen konnten, landeten die drei anderen Premier League Glanzlichter blamabel auf dem Bauch. So unterschiedliche Qualität wie Juventus Turin (2:1-Auswärtssieg bei Manchester City), PSV Eindhoven (2:1-Heimsieg gegen Manchester United) und Dinamo Zagreb (2:1-Heimsieg gegen Arsenal London) war vom englischen Trio der großen Namen nicht zu bezwingen. Bedenkenswert. Wie viel Geld wird noch nötig sein und welche Spieler müssen noch auf die Insel, um mit breiter Brust Siege einzufahren? Seit der Abdankung von Sir Alex Ferguson scheint sogar der Kampfgeist aus englischen Teams gewichen. Sich selbst zu genügen ist jedenfalls kein Konzept für sportlichen Erfolg im kontinentalen Wettbewerb. Was am heimischen Herd noch als heißer Tee gelten mag, kommt im internatioanlen Wettbwerb nur noch als kalter Kaffee daher. Weiterlesen

Nun auch Spanien


Veröffentlicht am 22. August 2015

Aritz Aduriz (Mitte) erzielte in zwei Supercup-Partien gegen den FC Barcelona stolze vier Treffer.

Aritz Aduriz (Mitte) erzielte in zwei Supercup-Partien gegen den FC Barcelona stolze vier Treffer.

Primera División steigt ins Geschehen ein

Während die anderen Großligen längst auf der Wegstrecke, startete die Primera División am gestrigen Abend mit der Auftaktpartie FC Malaga gegen den Europa League Sieger FC Sevilla in die Saison 2015/16. Dieser Start zeigte keine spanische Fußballästhetik und kam eher als verbissenes Kartenfestival daher. Sieben Gelbe Karten und eine Gelb-Rote für Sevillas Steven Nzoni standen am Ende bei einem hitzig umkämpften 0:0 zu Buche. Der erste Spieltag bietet in den Ansetzungen viel Hausmannskost und ein sehr interessantes Duell. Der FC Barcelona muss erneut ins Baskenland zu Athletic Bilbao, wo die stolzen Katalanen in der vergangenen Woche im spanischen Supercup mit einer 0:4-Klatsche deutlich unter die Räder gerieten. Für die einen nur Betriebsunfall, für die anderen Menetekel auf eine bevorstehende Barça-Saison der mäßigen Sorte. Das Spiel bietet jedenfalls Boden für mediale Spekulationen jeder Art und die sprudeln wie immer in solchen Fällen reichlich. Aufgerüstet hat der Champions League Sieger nicht. Die Stammelf in Topform und mit Lust, wenn alles an Deck und gesund, sicher wieder für Meisterschaft und Champions League gleichermaßen ein sehr heißer Anwärter. Die zweite Reihe des FC Barcelona fällt dagegen merklich ab, wird den hohen Barça-Ansprüchen nicht gerecht. Auch La Masia wirft Weltklasse nicht im Jahrestakt aus. Weiterlesen

Der Nächste, bitte!


Veröffentlicht am 26. Mai 2015

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Bei Real Madrid nichts Neues: Schuld hat der Trainer

Florentino Pérez weiß wenig über Fußball. Sein königliches Vermögen sichert dem Milliardär allerdings seit dem Jahr 2000 – mit einer Unterbrechung von 2006 bis 2009 – die Präsidentschaft von Real Madrid. Einer der großen Sonnenkönige des Fußballs, hält er viel von Stars und deren Glamour, wenig von auf den Sport fixierten Spielerpersönlichkeiten und noch weniger vom Beruf des Trainers. Wie Perlen zieht er sich die aktuellen Stars der Szene auf seine Kette und in den ihm hörigen Club. Sobald deren Glitzer an Strahlkraft verliert, wirft es sie auf den kontinentalen Verwertungsmarkt zurück. Ob Stars auch Fußballer sind, diese zum Verein, zum Trainer, zu Mitspielern oder zu einem System passen, ist ihm völlig egal, sie müssen Glanz versprühen und sie müssen berühmt sein, dann will er sie haben. Koste es was es da wolle. Idealer Pérez-Fußballer ist daher die Diva Cristiano Ronaldo, ein Medien- und Werbestar par excellence hat er den Mannschaftssport Fußball zu einer Ein-Mann-Show gemacht und die Beckhamisierung der Sportart Fußball mächtig vorangetrieben. Längst ist er eine Art König der Untrainierbaren, der ein Wort wie Defensivarbeit als persönliche Beleidigung abtun darf. Der Name des Trainers ist in diesem Geflecht fast eine Randnotiz. Weiterlesen

Europa League sieht Schwer- und Leichtgewichte


Veröffentlicht am 24. April 2015

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Wolfsburg, Kiew und Brügge chancenlos, St. Petersburg knapp gescheitert

Einer kommt immer mit der breiten Brust des Titelverteidigers daher. Dieser ging in Form des FC Sevilla in der sechsten Minute durch einen von Carlos Bacca verwandelten Elfmeter fragwürdiger Natur überraschend mit 1:0 gegen Gastgeber Zenit St. Petersburg in Führung, verlegte sich umgehend auf Defensive und Konter, das Spiel kippte einseitig in die Regie der Russen. In dieser Phase nutzte Zenit sein hoher Anteil Ballbesitz dennoch nichts, man schoss einfallslos aus der Distanz, war ansonsten ratlos. Erst nach der Pause brachte man in der 48. Minute den Ball zum 1:1 ins Tor, Salomón Rondón der Schütze. Danach erhöhte der Gastgeber deutlich das Tempo und erspielte sich Chancen im Minutentakt. Allein ein weiterer Abschluss sollte vorerst nicht gelingen. Petersburg bot guten Fußball, Sevilla wankte. In der 72. Minute besorgte Hulk das längst überfällige 2:1 für Zenit, der Rückstand aus dem Hinspiel war aufgeholt. Der Vorjahressieger FC Sevilla hat nicht mehr die Leichtigkeit der letzten Spielzeit und des dortigen Triumphzugs durch die Europa League. Die Kaltblütigkeit im Angesicht einer drohenden Niederlage blieb der Truppe von Trainer Unai Emery erhalten. In der 85. Minute schlug Kevin Gameiro zu, machte nicht nur den 2:2-Ausgleich, sondern gleichzeitig das Halbfinale möglich. Die Chance auf eine Titelverteidigung lebt weiter. Dabei sicher der SSC Neapel härtester Widersacher. Die Neapolitaner hatten in zwei Spielen den letzten deutschen Teilnehmer auf dem Prüfstand. Weiterlesen

Ball rollt auch an Ostern


Veröffentlicht am 2. April 2015

Kann der BVB den Bayern am Ostersamstag ein gelbes Ei ins Nest legen?

Kann der BVB den Bayern am Ostersamstag ein gelbes Ei ins Nest legen?

Nach Länderspielpause wieder Ligen im Fokus

Monumental klingt Ostern die Matthäus-Passion, dramatisch rollt auch an hohen Feiertagen der Ball. In den Top-Ligen sucht man keine Eier, man jagt lieber Punkte. Die Bundesliga bietet den Schlager Borussia Dortmund gegen Bayern München, der Kracher der letzten Jahre kann nur verbal Feuer bieten, Aki Watzke und Matthias Sammer sind immer für fliegende Funken gut. Sportlich ist man derzeit nicht in Konkurrenz. Dortmund wird nicht absteigen, das Gespenst vertrieben, Bayern als sicherer Meister mit den Sorgen, die Champions League Pflichten so mitbringen, welche sich eher um die gesunde Vollständigkeit des Personals als um den schnöden Ligaalltag drehen. Beide Teams können entspannt wie aufopferungsvoll für die Ehre anrennen. Im Kopf und im Herzen werden einige auf beiden Seiten sich längst auf ein mögliches Pokalendspiel zu Berlin freuen. Das hätte dann einen Hauch von Wembley. Weiterlesen

Im Auge des Vulkans


Veröffentlicht am 1. November 2014

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Präsident Aurelio De Laurentiis prägt den SSC Neapel

Der Vesuv sah Pompeji untergehen und hatte gerüttelt Maß Anteil daran. Dank Edward Bulwer-Lytton und Robert Harris können wir uns dahin zurücklesen, seit Hollywood fliegt uns die Lava kinematographisch um die Ohren. Mit ähnlich eruptiver Energie wie der feuerspeiende Vulkan am Golf von Neapel, ließ ein argentinischer Fußballer den blassen Fußballstern am Fuße des Berges zum Leuchten aufsteigen. In der Erfolgsgemeinschaft mit Diego Maradona gelangte der SSC Neapel zu europäischer Fußballgröße und wurde zur Nummer eins in Italien. Die Erinnerung hat sich längst losgelöst von der Realität und kommt mittlerweile verklärt daher, „Goldene Ära“ schwärmen sie in Neapel. Dem Verursacher werden in der Stadt bis zum heutigen Tag Heiligenschreine gewidmet, sein Besuch beim Abschiedsspiel von Ciro Ferrara im Sommer 2005 führte zu einer Maradona-Feierstunde, als dieser vor 70.000 Zuschauern seine alte Wirkungsstätte, das Stadion San Paolo, betrat. Vor Maradona war der SSC Neapel nur ein 1904 gegründeter Fußballverein von Hafenarbeitern, die natürlich aus England kamen. Belacht und mit hoher Nase in den Fußballhochburgen Rom, Turin und Mailand bedacht, spielte man keine Rolle im Konzert der Großen, diente nur als Beispiel des armen wie hinterherhinkenden Südens. Lediglich zwei Pokalsiege konnten vom Kuchen der Großclubs erkämpft werden, man gewann 1962 und 1976 die Coppa Italia. Der Fußballnorden Italiens musste sich wahrlich nicht bedroht fühlen durch diesen SSC Neapel. Weiterlesen

Die Unbesiegbaren


Veröffentlicht am 20. Oktober 2014

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Noch gibt es in allen Top-Ligen Mannschaften ohne Niederlage

Es tummeln sich noch Ungeschlagene im europäischen Fußball, deren Leistung von Spieltag zu Spieltag beachtlicher wird. Paris Saint Germain in Frankreich gehört dazu, allerdings ist die Leistung nicht reif für Tabellenplatz eins, sechs Unentschieden verwässern den guten Eindruck. PSG hat große Ambitionen und diese mit einem 3:1-Auswärtssieg beim RC Lens auch unterstrichen. Der Zweitplatzierte der Bundesliga kann dagegen rundum zufrieden sein mit der bisherigen Saison. Man hat geringere Ambitionen als das millionenschwere Starensemble aus Paris mit arabischen Geldgebern im Rücken. Die Borussia aus Mönchengladbach musste viermal die Punkte teilen und konnte viermal als Sieger den Platz verlassen, niemand hat die Favre-Elf bisher schlagen können. Der 3:0-Auswärtssieg in Hannover passt gut in die Erfolgskurve der Fohlen. Bayern ohne Niederlage ist dagegen Normalität, was sich über die ebenfalls ungeschlagenen Teams von Mainz 05 und der TSG Hoffenheim nicht sagen lässt. Man darf gespannt sein, wer vom niederlagenfreien Bundesliga-Quartett als erster Federn lässt. Weiterlesen

Schlusslichter


Veröffentlicht am 17. Oktober 2014

Tabellenletzte in Europas Top-Ligen vor harten Zeiten

Bundesliga – Platz 18 – Werder Bremen – 7 Spiele – 10:16 Tore – 4 Punkte
Primera División – Platz 20 – Deportivo La Coruña – 7 Spiele – 8:19 Tore – 4 Punkte
Premier League – Platz 20 – Queens Park Rangers – 7 Spiele – 4:15 Tore – 4 Punkte
Serie A – Platz 20 – Sassuolo Calcio – 6 Spiele – 3:12 Tore – 3 Punkte

Drama soll stets hohe Kunst sein. Die Rote Laterne im Fußball verheißt Unbill und läßt das Wort Abstieg in den Ohren klingen. Noch ist diese Phase nicht völlig über die Tabellenletzten des europäischen Clubfußballs gekommen, aber die Wolken einer Mangelsaison schieben sich deutlich vor die Hoffnung auf bessere Tage. Von Spielkunst wenig, von Dramatik viel, diese Letzten werden sicher nicht mehr die Ersten sein. Keines der Schlusslichter ist bisher völlig verloren, Chancen auf Besserung durch die Anzahl der Spiele noch ausreichend vorhanden. Beim Bundesligaschlusslicht in Bremen hat der tabellarische Istzustand den Herbst des Patriarchen eingeläutet und offensichtlich Marco Bode in die Startlöcher geholfen. Ein Bode macht noch keinen Sommer aber vielleicht etwas Wind in Sachen Wiederbelebung. Eine Finanzspritze von Vermarkter Infront soll eine weitere Blutauffrischung bedeuten. Den Werder-Fans wird jeder Impuls willkommen sein um wieder etwas Mut zu fassen. Aus den bisherigen Auftritten ihrer sieglosen Truppe lässt sich dagegen wenig Optimismus ableiten. Die anstehende Partie bei den Bayern ist sicher keine Treppe zum Aufstieg aus dem Keller. Der letzte Platz könnte sich verfestigen. Ähnlich das Bild in der Premier League, auch dort ein Traditionsverein auf dem letzten Absatz. Weiterlesen

Ein Quintett und viele Karten


Veröffentlicht am 6. Oktober 2014

Spannung in Spanien, Langeweile in Deutschland, Duell in London und heißer Tanz in Turin

Der FC Valencia ließ den Lorbeer von Meister Atlético Madrid in der Anfangsviertelstunde welken und erinnerte in Auftritt und Spiel an die große Zeit 2002 und 2004. Valencia sicherte sich in beiden Jahren den Meistertitel. Als der argentinische Innenverteidiger Nicolás Otamendi in der 13. Minute das 3:0 für Valencia besorgte, gefror sogar das heißblütige Temperamt von Gästetrainer Diego Simeone. Mehr als ein Tor zur Ergebniskorrektur war Atlético nicht mehr möglich, mit einem 1:3 kehrte man in die Hauptstadt zurück. Das Ausrufezeichen des FC Valencia wirkte weit über das Spiel. In den erwarteten Dreikampf von Real, Atlético und des FC Barcelona könnte sich in dieser Saison ein vierter Club drängen. Das Team von Trainer Nuno Santo und Kapitän Dani Pajero (Bild oben.) hinterließ bisher einen bärenstarken Eindruck, steht hinter dem FC Barcelona auf Tabellenplatz zwei der Primera División. Also ein Quartett im Kampf um Spaniens Fußballkrone? Weit gefehlt. Mit einem souveränen 4:1 gegen Aufsteiger Deportivo La Coruña pulverisierte Europa League Sieger FC Sevilla den Quartett-Gedanken, es läuft eher auf ein Quintett hinaus. Eine Saison im Krimiformat beginnt offenbar ihren Lauf zu nehmen. Die Bundesliga hat ein derartiges Spannungsmoment nicht zu bieten, dafür sind keine prophetischen Gaben nötig. Weiterlesen