Schlagwort-Archive: Vesuv

Adventsgekicke


Veröffentlicht am 5. Dezember 2015

Seitenblick in Europas Ligen

Kein Weihnachtmärchen sondern Realität im Advent. Allen bekannt und längst keine Neuigkeit mit Nachrichtenwert. In Deutschland weiß man schon vor der Bescherung wer in 2016 Meister und Vizemeister, in Spanien dagegen wer nicht Pokalsieger wird. Dort hat Barca-Trainer Luis Enrique unlängst verkündet, sein Team sei noch nicht auf dem Niveau des letztjährigen Champions League Sieges. Dies muss seinen Real Madrid Konkurrenten Rafael Benítez so verschreckt haben, dass er sich verwechselte und sein Team damit aus dem Pokal kegelte. Der FC Barcelona spielte in der Zwischenzeit seinen 6:1 Pokalsieg gegen den CF Villanovense mit 10 Mann runter, der Barca-Coach verzichtete auf die mögliche Einwechslung nach einer Verletzung von Jérémy Mathieu, wollte keine weiteren lädierten Spieler in seinen Reihen riskieren. Darüber mochte sich Luis Enrique nicht weiter auslassen, ein Thema war dem ansonsten eher zurückhaltend agierenden Barca-Übungsleiter dann doch noch zu entlocken. Für ihn sei das Trio Messi-Suárez-Neymar die beste Sturmreihe aller Fußballzeiten. Wer mag ihm im Moment widersprechen? Einen wird solche Bemerkung besonders wurmen. Real Madrid Präsident Florentino Pérez hat schließlich den Anspruch das Teuerste und Beste stets in seine Reihen zu kaufen. Im Augenblick kann er aber nur attestieren wie eindeutig die Rolle Koch und Kellner im Duell Real gegen Barca verteilt ist. Nicht Real Madrid schwingt den Löffel des spanischen Fußballs, es sind die Katalanen. Weiterlesen

Vesuv am Mittellandkanal


Veröffentlicht am 17. April 2015

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Champions League Kandidat Wolfsburg unterliegt dem SSC Neapel mit 1:4

Der VfL Wolfsburg nahm den Staffelstab der Bayern auf und machte den zwischenzeitlichen deutschen Misserfolg auf europäischer Bühne komplett. Gegen den SSC Neapel war man im eigenen Stadion chancenlos und eine große Portion zu naiv – am spanischen Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz lag es jedenfalls nicht. Wie die Lava des Vesuv kam das süditalienische Team von Besitzer Aurelio De Laurentiis über die Autostadt am Mittellandkanal. Wo Dieter Hecking hin will, da kommt Rafa Benítez her. Als langjähriger Stammgast der Champions League ist der Spanier mit allen Trainer-Wassern gewaschen. Der Mann, der an seinen Prinzipien und seiner Auffassung von Fußball festhält, sich von sinnentleerten Floskeln über „modernen Fuball“ nicht beirren läßt, feierte am Wolfsburger Spielfeldrand seinen 55. Geburtstag und bekam von seinem Team ein gebührendes Geschenk der Anerkennung. Mit einem deutlichen 4:1-Sieg in der Volkswagen-Arena hat Neapel die Tür zum Halbfinale mit weit vernehmbarer Wucht aufgestoßen. Der VfL, sein Trainer und das Wolfsburger Umfeld bekamen eine Lehrvorführung, deren pädagogischer Charakter ihnen in künftigen Champions League Tagen vielleicht noch helfen wird. Weiterlesen

Wochenende abgehakt


Veröffentlicht am 3. November 2014

Shkodran Mustafi (Mitte) gefeierter Doppeltorschütze für Valencia beim 3:1-Sieg im „El Madrigal“.

Shkodran Mustafi (Mitte) gefeierter Doppeltorschütze für Valencia beim 3:1-Sieg im „El Madrigal“.

Spieltag in Europa mit Normalität und ohne den großen Wurf

Wenn Platz 15 bei Platz eins antritt, kann man nicht von Spitzenspiel reden. Dortmund hat sich für diese Voraussetzungen in München ordentlich verkauft, dennoch verloren, überrascht hat es wohl niemanden. Nun ist der BVB auf Platz 17, ein Abstiegsrang. Die Dortmunder werden so sicher in der Liga bleiben wie die Bayern Richtung Meisterschaft marschieren. Hinter den Bayern der Geldadel des Fußballs mit Wolfsburg, Hoffenheim und Leverkusen, darin hineingeschoben die Borussia aus Mönchengladbach. Die beiden Nordclubs aus Hamburg und Bremen siegen und schmoren doch heiß am Abstiegsfeuer. In diesem hat sich der SC Freiburg etwas Luft verschafft, entkommen ist er noch lange nicht.

Englands Spitzenspiel plätscherte dahin, ein Platzverweis verschafft Gastgeber Manchester City einen Vorteil, der am Ende zählt und Gegner Manchester United auch als Verlierer vom Platz gehen lässt. Manchester City damit auf Platz drei, sechs Punkte hinter dem FC Chelsea. Die van Gaal Truppe hängt dagegen mit 13 Punkten auf Platz zehn schon 13 Punkte hinter Mourinhos Chelsea. Newcastle weiter mit einem Lauf, nun auch Sieger über Liverpool.

Barcelonas überraschende Heimniederlage in der Primera División, die erste gegen Celta Vigo überhaupt, führte zum „Absturz“ auf Platz vier, es führt damit Real vor Valencia und Meister Atlético. Real Madrid schießt Tore wie kein anderer Spitzenclub in Europa, inzwischen 37 Treffer in zehn Spielen. Für Valencia traf derweil ein Weltmeister doppelt: Shkodran Mustafi hat in sechs Einsätzen für die „Blanquinegros“ nunmehr drei Treffer auf dem Konto. Keine schlechte Bilanz für einen Abwehrmann.

Tore sind in Italien nie ein Massenprodukt. Im Spitzenspiel SSC Neapel gegen den AS Rom fielen zwei für die Männer vom Vesuv. Die Roma damit zurückgerutscht auf Rang zwei, Juventus wieder alleiniger Tabellenführer. Einige Protagonisten des Ligawochenendes werden Hauptrollen im anstehenden Champions League Spieltag geben, Erkenntnisse aus dem gerade beendeten Spieltagwochenende können dabei in vielerlei Richtung sicher hilfreich sein.

Redaktion Magath & Fußball

Im Auge des Vulkans


Veröffentlicht am 1. November 2014

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Präsident Aurelio De Laurentiis prägt den SSC Neapel

Der Vesuv sah Pompeji untergehen und hatte gerüttelt Maß Anteil daran. Dank Edward Bulwer-Lytton und Robert Harris können wir uns dahin zurücklesen, seit Hollywood fliegt uns die Lava kinematographisch um die Ohren. Mit ähnlich eruptiver Energie wie der feuerspeiende Vulkan am Golf von Neapel, ließ ein argentinischer Fußballer den blassen Fußballstern am Fuße des Berges zum Leuchten aufsteigen. In der Erfolgsgemeinschaft mit Diego Maradona gelangte der SSC Neapel zu europäischer Fußballgröße und wurde zur Nummer eins in Italien. Die Erinnerung hat sich längst losgelöst von der Realität und kommt mittlerweile verklärt daher, „Goldene Ära“ schwärmen sie in Neapel. Dem Verursacher werden in der Stadt bis zum heutigen Tag Heiligenschreine gewidmet, sein Besuch beim Abschiedsspiel von Ciro Ferrara im Sommer 2005 führte zu einer Maradona-Feierstunde, als dieser vor 70.000 Zuschauern seine alte Wirkungsstätte, das Stadion San Paolo, betrat. Vor Maradona war der SSC Neapel nur ein 1904 gegründeter Fußballverein von Hafenarbeitern, die natürlich aus England kamen. Belacht und mit hoher Nase in den Fußballhochburgen Rom, Turin und Mailand bedacht, spielte man keine Rolle im Konzert der Großen, diente nur als Beispiel des armen wie hinterherhinkenden Südens. Lediglich zwei Pokalsiege konnten vom Kuchen der Großclubs erkämpft werden, man gewann 1962 und 1976 die Coppa Italia. Der Fußballnorden Italiens musste sich wahrlich nicht bedroht fühlen durch diesen SSC Neapel. Weiterlesen