Schlagwort-Archive: Weltklasse

4 x Weltklasse in 26 Jahren


Veröffentlicht am 24. Oktober 2015

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„Ich habe nicht vor, sehr gute Spieler herabzusetzen oder zu kritisieren, die für mich während meiner 26-jährigen Karriere bei United spielten, aber es waren nur vier, die Weltklasse waren: Eric Cantona, Ryan Giggs, Cristiano Ronaldo und Paul Scholes.“

(Alex Ferguson, Leading, Verlag Hodder & Staughton, 2015)

Fünf Tore in neun Minuten


Veröffentlicht am 23. September 2015

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Historische Lewandowski-Gala im Spitzenspiel

Es ist bislang eindeutig nicht die Woche des Volkswagen Konzerns. Während das Flaggschiff der deutschen Automobilindustrie von einem handfesten Abgas-Skandal auf dem amerikanischen Fahrzeugmarkt erschüttert wird, kam der Vorzeige-Fußballclub der Autobauer aus Wolfsburg bei seinem Gastspiel in der Münchner Allianz Arena einmal mehr böse unter die Räder. Trotz starker erster Halbzeit scheiterte der Vizemeister letztlich überaus kläglich bei seinem Versuch, die meisterliche Festung der Bayern zu erstürmen. Das Spitzenspiel der englischen Bundesliga-Woche geriet dabei zur One-Man-Show: Robert Lewandowski, von Pep Guardiola mit Beginn des zweiten Durchgangs für Thiago auf den Platz geschickt, erzielte beim triumphalen 5:1-Erfolg der Gastgeber alle bayrischen Treffer. Für seine Saisontore Nummer vier bis acht benötigte der polnische Angreifer nicht mehr als neun Minuten. Der Gang auf die Toilette oder zum Stadionkiosk erfordert für jeden Fan üblicherweise größeren Zeitaufwand. Drei Minuten und 22 Sekunden benötigte Lewandowski, um den knappen aber durchaus verdienten 0:1-Pausenrückstand in eine komfortable 3:1-Führung zu verwandeln – dieses Feuerwerk natürlich gleichbedeutend mit dem schnellsten Hattrick der Ligageschichte. Kurz darauf wurde daraus erst der schnellste Vierer-, später sogar der schnellste Fünferpack in über 52 Jahren Bundesliga. Unglaublich. Fantastisch. Historisch. Weiterlesen

Ist Vincent Keymer ein deutsches Schach-Jahrhunderttalent?


Veröffentlicht am 7. September 2015

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Ein Gastbeitrag von Chessbase-Chefredakteur André Schulz

Es gab einmal eine Zeit, da war Deutschland das führende Schachland und stellte mit Adolf Andersson, Siegbert Tarrasch oder Emanuel Lasker die besten Schachspieler der Welt. Doch das ist lange her. Lasker war von 1894 bis 1921 auch der einzige deutsche Weltmeister. Nach dem Krieg spielten Wolfgang Uhlmann aus Dresden und Robert Hübner aus Köln immerhin noch bei den Qualifikationsturnieren um die Weltmeisterschaft mit und Hübner war in seiner besten Zeit sogar kurze Zeit die Nummer zwei der Welt. Aber auch das liegt nun schon über 35 Jahre zurück. Inzwischen gibt es keinen einzigen deutschen Weltklassespieler mehr. Der letzte Deutsche, der sich immerhin unter den Top 50 der Welt befindet, der in Lettland geborene Arkadij Naiditsch, hat gerade dem Ruf des Geldes folgend den Verband gewechselt und spielt nun für Aserbaidschan. Im Schach ist man sehr liberal in solchen Dingen. Weiterlesen

Lehrstück


Veröffentlicht am 1. September 2015

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„Wer sich die Diskussion um De Bruyne genauer anschaut, der kann nur den Kopf schütteln. Wochenlang waren die Zeitungen und die Online-Portale voll von Mutmassungen, Spekulationen, Wasserstandsmeldungen. Es ist ein Lehrstück in Sachen Hysterie, das illustriert, wie sehr die Bundesliga um sich selber kreist. Denn es geht ja erst einmal darum, sich zu vergegenwärtigen, wer dieser Kevin De Bruyne ist: ein 24-jähriger Mittelfeldspieler, der in seiner noch jungen Karriere manche Station gesehen hat. Er war in Bremen, wo er passabel spielte. Er war beim FC Chelsea, wo er sich nicht durchsetzen konnte, ja, wo er sogar vom Trainer José Mourinho verlacht wurde: «Er hat mir gesagt, dass es nicht seiner Persönlichkeit entspreche, um seinen Platz im Team zu kämpfen.» Und er war in Wolfsburg, wo er eine überragende Rückrunde spielte. Aber nicht im Ansatz sind seine Erfolge zu vergleichen mit denen eines Spielers wie Ángel Di María, der von Real Madrid für eine ähnliche Summe zu Manchester United wechselte und von dort in diesem Sommer nun zu Paris St-Germain. Der Argentinier ist ein Weltklassespieler. De Bruynes Vita in Relation zu derjenigen gestandener Profis zu setzen, das hätte vielleicht helfen können, den anstehenden Transfer als jenen Irrsinn zu demaskieren, der er ist: eine Rochade, die De Bruyne zwar reicher macht, die ihm aber noch lange keine Erfolge garantiert.“

(Neue Zürcher Zeitung, 29. August 2015)

Titelsammler mit Brücke


Veröffentlicht am 29. Juli 2015

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Sjaak Swart ist Mister Ajax

Dieser Stürmer ist über die Grenzen seiner Heimat wenig bis gar nicht bekannt. Dennoch gebührt ihm die Ehre eines Brückennamens in Amsterdam, was nur der großen Ajax-Generation vergönnt. Es gibt zwölf Übergänge mit dieser Ehre. Als Hollands Nationalmannschaft dem Weg von Feyenoord Rotterdam und Ajax Amsterdam Richtung Weltklasse endlich folgte, hatte er seine Fußballschuhe gerade an den heimischen Nagel seiner Geburtsstadt Amsterdam gehängt. Jesaia Swart, als Spieler nur unter dem Namen Sjaak Swart geführt, hatte bis zu seinem Karriereende 1973 längst alles gewonnen, was einem Vereins-Fußballer Traum und Ziel. An Spielen hat er dabei auch den großen Johan Cruyff weit hinter sich gelassen, niemand trug das Ajax-Trikot öfter als er, 463 Partien bestritt Swart zwischen 1956 und 1973 für Hollands Eliteclub. In der ewigen Bestenliste der Torjäger seines Vereins rangiert der Stürmer bis heute auf Platz drei mit 175 Treffern. Bei den Titeln und Pokalen kommt man ins anerkennende Staunen. Dreimal wurde er mit Ajax Sieger im Europapokal der Landesmeister, einmal im UEFA Intertoto Cup, den europäischen Supercup stemmte er mit seinem Team zweimal in die Luft, den Weltpokal half er einmal zu erobern. National stehen acht Meisterschaften und fünf Pokalsiege zu Buche. Glanzvoller und glorioser lässt sich kaum eine Titelsammlung an. Ein Überflieger dieser Mann und jede Erinnerung an einen großen Sportler wert. Weiterlesen

Fußballsplitter


Veröffentlicht am 22. Juni 2015

Jamaikas Nationalteam verlässt die Copa erhobenen Hauptes.

Jamaikas Nationalteam verlässt die Copa erhobenen Hauptes.

Die bunte Welt des Fußballs ruht nicht

Die Zeit moralischer Sieger ist längst vorbei, das Team von Winfried Schäfer verlässt aber als solches die Copa Südamerika. Jamaika hat in drei Spielen jeweils mit 0:1 verloren, allerdings gegen den WM-Finalisten Argentinien, den Titelverteidiger Uruguay und das starke Team aus Paraguay. Gut gelaunt traten Trainer und Team die Heimreise an, mehr war realistisch nicht möglich. Weniger gut gelaunt begaben sich die spanischen Fußballfrauen nach ihrem Vorrundenaus bei der WM in Kanada auf den Rückflug in die Heimat. Noch vor dem Abheben des Fliegers verfasste man kollektiv ein Protestschreiben an den eigenen Verband, darin die Forderung nach sofortiger Trennung von Trainer Ignacio Quereda. Eine weitere Angleichung an den Männerfußball, wenn es mit der Leistung nicht klappt, war es auch bei den Frauen der Trainer. Wer sonst? Davon kann auch Zico ein Lied singen, der einstige Weltklassefußballer hat als Trainer so manche Schramme abbekommen. Nach dem Rasen und der Trainerbank ist die brasilianische Fußballlegende nun dabei, es mit dem Funktionärsschreibtisch zu versuchen, setzt dabei gleich oben an. Weiterlesen

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Veröffentlicht am 30. November 2014

Happy Birthday, Schachweltmeister!

Happy Birthday, Schachweltmeister!

Schachweltmeister Magnus Carlsen feiert Geburtstag

Friedrich Schiller legte seinem Don Carlos den berühmten Satz in den Mund „Dreiundzwanzig Jahre, und nichts für die Unsterblichkeit getan“. Keine Ahnung wie es Norweger mit dem deutschen Romantiker und Dichterfürsten halten, aber ihr nationales Idol Magnus Carlsen hat am Tag seines 24. Geburtstages das Soll eines Dreiundzwanzigjährigen weit übererfüllt. Längst ist er dem traurigen Don Carlos weit voraus, hat schon alles für die Unsterblichkeit mögliche in seinem Fach getan. Und etwas unterschiedet Magnus Carlsen noch vom ehemaligen spanischen Infanten, er ist auf eine angenehme Weise normal und bodenständig geblieben. Sehr zum Unwillen manch sensationslüsterner Medien gibt er nicht den Entertainer oder liefert Storys, sondern geht klug und sachlich mit seinem Leben und dem Erfolg um. Diese junge Lebensleistung ist staunenswert und trägt viele glanzvolle Facetten sportlicher Größe in sich. Weiterlesen

Kapitäne gehen von Bord


Veröffentlicht am 22. Juli 2014

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Philipp Lahm und Steven Gerrard beenden Karriere im Nationaltrikot

Einfach ist es nicht, den richtigen Zeitpunkt für einen Rücktritt zu erwischen. Auch dieser allerletzte Schritt einer großen Karriere will wohl überlegt sein, das Zeitgespür eine Kunst, die mitentscheidend dafür sein kann, mit welchem Zungenschlag ein Sportlerleben im Nachgang rekapituliert wird. Oft zu spät, manchmal zu früh, bisweilen den allgemeinen Erwartungen entsprechend, hin und wieder für alle überraschend – ein Rücktritt bleibt immer auch Kontroverse, insbesondere in der zitatengeschwängerten Fußballwelt ein gerne und viel diskutiertes Medienthema. Jüngst reihten sich erst Philipp Lahm und drei Tage später Steven Gerrard in den erlauchten Kreis verdienstvoller Ex-Nationalspieler: Zwei große Kapitäne quittierten den Dienst für ihr Land auf dem Rasen. Weiterlesen

And the Winner is: Manchester City


Veröffentlicht am 13. Mai 2014

Symbolfigur einer Meisterelf: Yaya Touré.

Symbolfigur einer Meisterelf: Yaya Touré.

Premier League Saion 2013/14 spannend wie selten – Kämpfe oben wie unten

Irlands großer Schriftsteller Georg Bernard Shaw meinte einst: „Es gibt im Leben zwei Tragödien. Die eine ist, dass man sich einen Herzenswunsch nicht erfüllen kann, die andere, dass man sich seinen Herzenswunsch erfüllt hat.“ Steven Gerrard hat am 36. Spieltag die Sache mit dem „Herzenswunsch“ am eigenen Leib gespürt. Ein persönliches Missgeschick in Form eines Ausrutschers und Chelsea führte an der Anfield Road, holte am Ende die drei Punkte die Liverpool so dringend für die Vollendung des Meistertraums benötigt hätte. Der erste Meistertitel für Steven Gerrard lässt also weiter auf sich warten. Weiterlesen