Schlagwort-Archive: Weltmeister

20 Jahre Buffon


Veröffentlicht am 20. November 2015

Steht vor seinem 566. Einsatz in der Serie A: Gianluigi Buffon.

Steht vor seinem 566. Einsatz in der Serie A: Gianluigi Buffon.

Italienische Torwartlegende feiert Jubiläum

Ehre, wem Ehre gebührt! Wenn Juventus Turin am Samstagabend in der klangvollsten Partie des 13. Serie A Spieltags den AC Mailand empfängt, steht der ewige Gianluigi Buffon in Italien seit über 20 Jahren zwischen den Pfosten. Für den aus Carrara in der Toskana stammenden Torhüter schließt sich ein Kreis, denn auch sein Ligadebüt für den AC Parma absolvierte er am 19. November 1995 im zarten Alter von 17 Jahren einst gegen Milan. Sage und schreibe zwei Jahrzehnte lang prägte Buffon seither das Fußball-Geschehen seines Heimatlandes, steht seit 2001 bei Juve im Dienst und ist mit inzwischen 154 Einsätzen in der Sqadra Azzurra natürlich Rekord-Nationalspieler im Land des vierfachen Weltmeisters. Unzählige Titel und Trophäen pflastern seinen Weg: Buffon feierte sechs italienische Meisterschaften, zwei Pokalsiege, gewann 1999 mit Parma den UEFA-Pokal, wurde unter Marcello Lippi 2006 Weltmeister und nicht zuletzt in den Jahren 2003, 2004, 2006 und 2007 viermal zum Welttorhüter des Jahres gewählt. Einzig ein Champions League Sieg und der EM-Titel blieben ihm bislang verwehrt. Weil ein Ende seiner Ära aber auch mit bald 38 Jahren längst nicht in Sicht scheint, ist das letzte Wort hier wohl noch nicht gesprochen.

Denn eines steht mit Sicherheit fest: Noch immer zählt Buffon – national wie international – zu den ganz Großen auf seiner Position. Bei der „Alten Dame“, der er auch in bekannten Krisenjahren rund um den Manipulationsskandal und in der Serie B stets die Treue hielt, ist er praktisch nicht wegzudenken. Nicht auszuschließen, dass einer der bedeutendsten Schlussmänner der Fußball-Geschichte, dessen Name bald in einer Reihe mit Lew Jaschin, Gordon Banks, Dino Zoff oder Sepp Maier genannt werden wird, noch einen letzten Pfeil im Köcher führt. Es wäre dem Sportsmann und Menschen Gianluigi Buffon wirklich zu gönnen.

Redaktion Magath & Fußball

„Gigi ist einer der besten Torhüter der Welt und jemand, zu dem ich immer aufgeschaut habe. Es ist unglaublich, wie gut er immer noch ist. Ich mag ihn, er ist ein netter Kerl mit jeder Menge Charisma. Selbst als ich noch jünger war, kam er vor und nach den Partien, in denen wir gegeneinander antraten, immer auf mich zu.“
(Manuel Neuer)

„Buffons Persönlichkeit spricht für sich selbst. Seine Präsenz und seine Führungsqualitäten hatten schon immer großen Einfluss auf die Auftritte seiner Mannschaften und haben ihnen oft zum Sieg verholfen.“
(Petr Čech)

Thierry Henry tippt auf seine Gunners


Veröffentlicht am 31. Oktober 2015

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„Ich denke wirklich, es ist ihr Jahr. Sie holen inzwischen auch gegen große Mannschaften Ergebnisse und bestätigen diese Leistungen in den Spielen danach – das ist der Schlüssel. Es gibt eine gesunde Konkurrenz um die Plätze im Team und genau das braucht man. Wenn Theo Walcott vorne in der Mitte spielt, pusht das Olivier Giroud – und wenn Giroud in der Mitte spielt und Walcott draußen sitzt, pusht das Walcott. Auch Mesut Özil wacht endlich auf. Jeder weiß, dass er ein fantastischer Spieler ist, ein Weltmeister mit großer Technik und Übersicht. In der Vergangenheit hat er das bei Arsenal nicht immer regelmäßig gezeigt, jetzt tut er genau das. Dann gibt es noch Santi Cazorla. Er ist das Hirn der Mannschaft, er diktiert das Spiel. Und natürlich hat man mit Alexis Sánchez einen, der den Unterschied ausmacht. Einen solchen Spieler wie ihn braucht man, um Titel zu gewinnen. Wenn er gut drauf ist, wird es schwer, Arsenal zu schlagen. Darüber hinaus macht es die Abwehr bislang sehr gut. Héctor Bellerín spielt stark, Nacho Monreal zeigt, warum er da ist und Petr Čech macht genau das, was man von ihm erwarten durfte.“

(Thierry Henry, Interview TalkSPORT, 27. Oktober 2015)

Jugend forscht


Veröffentlicht am 28. Oktober 2015

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Schachzug oder Strategie – Bundesligist zwischen Leichtsinn und Zukunftsmusik

Goethe schrieb seinen Werther mit 25, Thomas Mann die Buddenbrooks mit 26 und Georg Büchner war mit 24 Jahren bereits tot, hinterließ uns aber den Woyzeck. 26 Lenze zählte Mozart, als er die Entführung aus dem Serail komponierte. Albert Einstein revolutionierte 1905 mit 26 Jahren durch die spezielle Relativitätstheorie das physikalische Weltbild. 28 Jahre zählte T. E. Lawrence, als er 1916 den arabischen Aufstand anführte. Mit 27 Jahren zog Winston Churchill erstmals ins britische Unterhaus ein. Marlon Brando spielte den Stanley Kowalski in Endstation Sehnsucht mit 27 Jahren auf der Leinwand. Steve Jobs gründete mit 21 die Apple Computer Company, Bill Gates mit 20 Jahren die Firma Microsoft. Mit 28 Jahren wird ein derzeitiger Nachwuchstrainer im kommenden Sommer eine Bundesligamannschaft trainieren. Warum nicht? Es kann funktionieren oder in einem fürchterlichen Katzenjammer enden. Erst Praxistest wie Alltag werden zeigen, ob diese Lösung praktikabel und von Erfolg gekrönt. TSG 1899 Hoffenheim und Julian Nagelsmann soll das neue Traumduo also heißen. Ob die frühe Bekanntgabe und ein monatelanges Medienspektakel dem jungen Mann und der Sache dienen, man darf es bezweifeln. Einige Vereine scheinen die Position des Trainers ohnehin nicht mehr als wichtiges Kraftfeld des Clubs, sondern eher als Bauer auf dem Schachbrett zu betrachten. Fliegt der eine, zieht der nächste. „Jugend forscht“ ist im Fußball nicht so arg neu, wie nun überall getan wird. Der Uruguayer Alberto Suppici gewann als Trainer mit seinem Land die erste Weltmeisterschaft im Fußball. Als Suppici am 30. Juli 1930 den 4:2 Endspielsieg der Urus über Argentinien von der Seitenlinie aus lenkte und den Titel gewann, war er 31 Jahre alt. Alles war schon einmal da.

Redaktion Magath & Fußball

Das Buch zum Bau


Veröffentlicht am 13. Oktober 2015

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Wie die Alte Försterei neu entstand

„Das ist’s ja, was den Menschen zieret,
Und dazu ward ihm der Verstand,
Daß er im innern Herzen spüret,
Was er erschafft mit seiner Hand.“
(Friedrich Schiller, Die Glocke)

Am Horizont dämmert das Weihnachtsfest, Supermärkte befeuern die Kunden trotz eines schönen Spätsommers schon längst mit Stollen und Zimtsternen. In guter Tradition und in früher Voraussicht bietet Magath & Fußball auch für 2015 wieder Tipps für den Gabentisch. Heute die erste Empfehlung. Fußball und Klassiker passen manchmal zueinander, man muss nur hinschauen. In Schillers Glocke wird die Tat der Arbeit besungen und das geschaffene Werk gelobt. Im Mittelpunkt großer Literatur steht der Mensch, grandiose Romane handeln von bedeutenden Taten. Auch Biographien und Sachbücher vermögen es des Öfteren, einen Sog zu erzeugen, der den Leser und Betrachter auf die Seiten zieht, diesen an Texte und Bilder bannt. Ein solches Faszinosum ist das bereits 2009 im kleinen aber feinen Berliner Verlag „edition else“ erschienene „Buch zum Bau“. Es handelt vom Fußball, obwohl darin der Ball nicht rollt, Trainerstimmen stumm bleiben, Profis nicht die Hauptrolle spielen, selbst Funktionäre das elegante Stilmittel der Zurückhaltung beherrschen. Die Hauptrolle auf der Bühne dieses Buches wird denen überlassen, deren Anwesenheit und Notwendigkeit den Fußball erst zu einem Fest und Ereignis machen. Weiterlesen

Pflicht erfüllt


Veröffentlicht am 12. Oktober 2015

Max Kruse (Mitte) sicherte mit seinem Treffer gegen Georgien den deutschen Gruppensieg.

Max Kruse (Mitte) sicherte mit seinem Treffer gegen Georgien den deutschen Gruppensieg.

DFB-Elf als Gruppensieger zur EM

Mit einigen unübersehbaren Unzulänglichkeiten zwar, aber doch als Gruppenerster qualifizierte sich der Weltmeister am Abend in Leipzig für das EM-Turnier in Frankreich im kommenden Jahr. Es brauchte dafür allerdings einen hart erkämpften 2:1-Erfolg über ein tapferes Georgien, das sämtliche Schwächen der DFB-Elf schonungslos offenbarte. Bis zum Pausenpfiff freilich hätte allein Marco Reus für klare Verhältnisse sorgen können. Der Dortmunder ließ gleich mehrere Hochkaräter aus, scheiterte ebenso wie Thomas Müller ein ums andere Mal an den starken Paraden von Nukri Revishvili im georgischen Kasten, der in Russland bei Mordowia Saransk seinen Stammplatz kürzlich an den Moldawier Ilie Cebanu verlor. Auch Welttorhüter Manuel Neuer musste auf der anderen Seite bereits vor dem Ende des ersten Durchgangs einmal entscheidend eingreifen, als er mit einer herausragenden Reaktion gegen den sehr agilen Tornike Okriashvili vom KRC Genk den Rückstand verhinderte. In Halbzeit zwei schien sich zunächst alles in die erwarteten Bahnen zu fügen, Müller trat zum Elfmeter an und brachte den Favoriten sicher in Front. Keine drei Minuten später allerdings markierte ausgerechnet Kapitän Jaba Kankava – der Abwehrmann von Stade Reims hatte mit einem Foul an Mesut Özil den Strafstoß verursacht – den überraschenden aber doch nicht völlig unverdienten 1:1-Ausgleich. Gegen seine sehenswerte Volleyabnahme von der Strafraumkante, im Anschluss an eine von den Deutschen nur unzureichend geklärte Ecke, war auch Neuer chancenlos. Urplötzlich war von der Überlegenheit des Weltmeisters gegen den 110. der Weltrangliste nichts mehr zu spüren. Weiterlesen

Die Sache mit dem Elfer…


Veröffentlicht am 1. Oktober 2015

Sicher verwandelt: Juan Mata lässt sich die Chance zum Ausgleich aus elf Metern nicht entgehen.

Sicher verwandelt: Juan Mata lässt sich die Chance zum Ausgleich nicht entgehen.

Wölfe und Fohlen mit knappen Niederlagen gegen Manchester – Ein Überblick über den zweiten Spieltag in der Champions League Gruppenphase

Mit einem Paukenschlag begann die Partie im Old Trafford: Die grün-weißen Gäste aus Wolfsburg kombinierten sich sehenswert durch die Abwehrreihe der Red Devils und gingen bereits nach fünf Minuten durch Daniel Caligiuri in Front – da staunten die knapp 75.000 Zuschauer in Manchester nicht schlecht. Als hätten die Mannen von Louis van Gaal ein solches Hallo-Wach-Signal unbedingt gebraucht, spielte bis zur Halbzeitpause fortan nur noch United. Wayne Rooney ließ die große Chance zum Ausgleich noch liegen, kurz darauf aber deutete Schiedsrichter Viktor Kassai aus Ungarn auf den Punkt. Torschütze Caligiuri bekam das Spielgerät im eigenen Sechzehner aus kurzer Distanz an den Unterarm geflankt – Absicht oder nicht, eine schwierige Entscheidung. Der Spanier Juan Mata jedenfalls blieb eiskalt und vollstreckte sicher links unten. Die Wölfe mit dem Stand von 1:1 beim Gang in die Kabine sicher nicht unzufrieden, nach dem Seitenwechsel allerdings ging das Anrennen des Premier League Tabellenführers unvermindert weiter. Einen abgeblockten Schussversuch des starken Bastian Schweinsteigers verlängerte wieder Mata geistesgegenwärtig und mit der Hacke über die VfL-Defensive in den Strafraum, wo Innenverteidiger Chris Smalling am schnellsten geschaltet hatte und das Leder ins Tor bugsierte. Mit der 2:1-Führung im Rücken zog sich Manchester United jetzt unerklärlich weit zurück, wenig bis nichts war mehr zu sehen von der millionenschweren Luxus-Offensive der Engländer. Wolfsburg nun mit der zweiten Luft und dem Mute der Verzweiflung, der eingewechselte André Schürrle und Ricardo Rodríguez kamen dem Ausgleich noch einmal ganz nah. Unterm Strich stand für den Bundesliga Vizemeister in Manchester letztlich trotz guter Leistung eine knappe Niederlage, einen Punkt aber hätte sich der VfL allemal verdient gehabt. Ganz ähnlich erging es derweil der Gladbacher Borussia im Duell mit Uniteds Stadtrivalen. Weiterlesen

Kollektives Drama


Veröffentlicht am 26. September 2015

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„Größte Enttäuschung der Karriere bleibt das Finale des Europapokals von Athen. Wir waren alle davon überzeugt, dass es ein Kinderspiel, eine reine Formsache wird. Wer spielt, weiß, dass es aber nie so funktioniert. Wir schliefen auf vielen Gebieten und taten zu wenig. Als Magath von 30 Metern anläuft, waren wir ohne Arglist. Es gab von mir auch keine Reaktion. Wir waren verblüfft und staunten. In der Umkleidekabine herrschte Stille, es war eine Art kollektives Drama. Man konnte eine Stecknadel fallen hören. So war es auch im Bus und bei der Heimkehr. Niemand konnte sich beschweren. Wir hatten eines der besten Teams, die es je gegeben hat – mit acht Weltmeistern, darunter Platini und Bettega. Es half alles nichts.“

(Dino Zoff, Interview Corriere dello Sport, 12. September 2015)

Über die Schmerzgrenze


Veröffentlicht am 19. September 2015

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„Das war für mich das erste WM-Finale, mit 29 Jahren, da denke ich nicht darüber nach, ob ich noch kann. Irgendwie haben mich weder die Schmerzen noch die ganzen Fouls beeindruckt. Für mich war da nur dieses Ziel: der Pokal. Manchmal muss man sich in wichtigen Spielen zwingen, nichts mehr zu registrieren. Ich habe den Ellenbogen des Gegenspielers gar nicht in meinem Gesicht wahrgenommen, mir war auch egal, ob der nun Gelb kriegt oder nicht. Obwohl es eigentlich hätte Rot sein müssen. Ich wollte nicht reklamieren. So was hält nur auf. Die Schmerzen kamen dann übrigens umso heftiger am nächsten Morgen.“

(Bastian Schweinsteiger, Interview Die Zeit, 17. September 2015)

Oranje farblos


Veröffentlicht am 9. September 2015

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Niederlande als großer Verlierer des Mega-Spieltags der EM-Qualifikation

Deutschlands Nationalmannschaft in Blüte, wenn auch noch mit kleineren Baustellen versehen. Gegen die Sorgen mancher Fußballnationen eher Petitessen. Ein Nachschlag nebst Titelgewinn bei der EM 2016 liegt daher durchaus im Bereich des Möglichen. Es zeichnet sich kein unüberwindbarer Mitbewerber ab, den das DFB-Team wirklich fürchten muss – Titelverteidiger Spanien, Gastgeber Frankreich und bärenstarke Österreicher wohl Stand heute noch am ehesten in der Lage, der deutschen Mannschaft ein Bein zu stellen. Die Jungs von Joachim Löw können sich aber wahrscheinlich nur selbst schlagen, der Weltmeister scheint gerüstet und die Favoritenbürde gut zu tragen. Das Turnier im nächsten Jahr wird letztendlich Antwort geben. Eine Nation war oft an Deutschlands Favoritenseite und bei großen Turnieren stets ein heißer Kandidat für hohe Weihen, die Niederlande. Diese ist nun tief gefallen. 23 Teilnehmer aus 53 Ländern werden in der Qualifikation ermittelt, es war wohl niemals leichter, eine EM-Endrunde zu erreichen. Dennoch scheint diese flache Hürde für unsere holländischen Nachbarn deutlich zu hoch. Was ist geschehen? Weiterlesen