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Ein letzter Sturmlauf – ohne Blumen


Veröffentlicht am 30. April 2015

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Jürgen Klopp und der BVB fahren nach Berlin, Wolfsburg beendet furiose Pokalsaison der Arminen

Es war ein in vielerlei Hinsicht denkwürdiges Pokal-Halbfinale im Münchner Nachthimmel. Die Neuauflage des letztjährigen Endspiels zwischen dem Titelverteidiger Bayern München und seinem Herausforderer Borussia Dortmund war wohl das vorerst letzte Aufeinandertreffen beider Clubs mit Beteiligung von Jürgen Klopp, der am Saisonende der Bundesliga aller Voraussicht nach auf unbestimmte Zeit den Rücken kehren wird. Einigermaßen großspurig hatten die Bayern in Person von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in einem seltsamen Anflug von mitfühlender Trauer über den Weggang ihres wohl unerbittlichsten Widersachers des letzten Jahrzehnts angekündigt, Klopp in der Allianz-Arena mit einem großen Strauß Blumen verabschieden zu wollen. Am besten sogar noch vor dem Spiel. Gerade noch rechtzeitig waren passend dazu in den Tagen vor der Begegnung an verschiedenen Stellen Gerüchte gestreut worden, wonach der Name Jürgen Klopp schon immer auf dem Zettel des deutschen Branchenriesen gestanden hätte, dies ungeachtet der mindestens noch bis ins kommende Jahr andauernden Amtszeit von Pep Guardiola womöglich weiterhin tut. Auch ein Bayern-Interesse am offenbar wechselwilligen Dortmunder Spielgestalter İlkay Gündoğan wurde eifrig kolportiert. Das übliche Vorgeplänkel eben, alles nicht wirklich neu. Zunächst aber stand noch einmal der deutsche Clasico an – und tatsächlich schafften es Jürgen Klopp und der BVB, dem großen Favoriten nicht nur ein Bein zu stellen, sondern einmal mehr eine empfindliche Niederlage beizufügen. Blumen freilich sollte es hinterher keine geben. Weiterlesen

Fußballstreifzug nach Ostern


Veröffentlicht am 24. April 2014

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Ligen im Endspurt – WM am Horizont – Tage der Entscheidung

Helenio Herrera feiert fröhliche Auferstehung in Person von José Mourinho. Die Defensivtaktik des Portugiesen machte dem gloriosen Erfinder des Catenaccio alle Ehre. Die noch im Viertelfinale der Champions League mit eigener Defensivtaktik über Barca obsiegenden Mannen von Atlético Madrid, bissen sich nun im Halbfinalhinspiel auf eigenem Rasen die Zähne am FC Chelsea aus, versuchten offensiv viel, erreichten wenig. Mourinhos Wand wackelte, kostete ihm Personal aber sie hielt stand. Defensive um jeden Preis verdient selten Schönheitspreise, erntet gerümpfte Nasen, verboten ist sie nicht. Nun stehen die Weichen in Sachen Finaleinzug nicht schlecht für das Team von der Stamford Bridge. Unendlicher Ballbesitz oder die Mär vom schönen Spiel interessierten Mourinho schon immer wenig, er weiß den Erfolg einzufahren, davor wird sich auch der Finalgegner fürchten. Carlo Ancelotti ist Italiener und hat Defensive im Blut, die von Real sah wesentlich ästhetischer aus als Mourinhos Mauerwerk. Aber Gegner werden dann wohl doch die Bayern des Pepe Guardiola, der dem Spiel stets Bedeutung geben möchte. Der in Deutschland zu einer Art Fußballheiliger erhobene Guardiola ist einst mit Barcas Fußballzauber an einer meisterlichen Inter Defensive gescheitert, Trainer der Mailänder: José Mourinho. Dieser lebt die alte Fußballweisheit „Tore können Spiele entscheiden, die Defensive gewinnt Titel“. Wird Guardiola auf dem europäischen Parkett an seinem pragmatischen Widersacher aus London scheitern? Oder wird am Ende Atlético alle Pläne durchkreuzen und mehr aus dem heimischen 0:0 machen als momentan zu erwarten? Mit steigenden Frühlingstemperaturen und dem nahen Zieleinlauf der Champions League wissen wir mehr. Weiterlesen