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Fußball und Schach – ein Vergleich


Veröffentlicht am 13. Mai 2015

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Ein Gastbeitrag von André Schulz (Chefredakteur www.chessbase.de)

Fußball und Schach – gibt es da überhaupt Gemeinsamkeiten? Fußball wird mit den Füßen gespielt, Schach mit dem Kopf – zwei Körperteile, die weit voneinander entfernt sind. Allerdings betonen Experten immer wieder, dass ein Fußballspiel im Kopf entschieden wird und auch beim Schach wird bisweilen mit den Füßen getreten, unter dem Tisch nach dem Gegner – natürlich nur unabsichtlich. Beim Fußball wird viel gelaufen, beim Schach  sehr wenig. Wenn der Gegner am Zug ist, stehen viele Schachspieler aber doch mal, laufen herum und kümmern sich für einen Moment nicht um ihre Partie. Ein solches Verhalten, abschalten, wenn der Gegner in Ballbesitz ist, gibt es beim Fußball auch, gehört aber nicht unbedingt zur höheren Schule. Weiterlesen

Stumpfe Waffen


Veröffentlicht am 14. Januar 2015

„Auf absehbare Zeit wird der beste Schachspieler immer mal eine Partie gegen den Computer gewinnen. Darauf kommt es an. Auf diese eine Partie, in der wir Menschen uns durch Kreativität durchsetzen – solange das geht, sind wir noch vorn.“

„Schach sollte überall auf der Welt Schulfach werden. Es fördert die geistige Auseinandersetzung. Es lehrt die Demut in der Niederlage.“

„Das Glück über einen bahnbrechenden Zug geht nie vorbei. Aber ich hatte meine Tiefpunkte. Das hing mit der Motivation zusammen, damit, dass ich alles erreicht, jeden Titel, jedes Großmeisterturnier gewonnen hatte. Ich war satt geworden. Wer jeden Krieg gewinnt, muss seine Waffen nicht mehr schärfen.“

(Gary Kasparow, Interview, Der Spiegel, Ausgabe 47/2002)

Wer spielt, will gewinnen


Veröffentlicht am 30. Juni 2014

Frank Schirrmacher (* 5. September 1959 – † 12. Juni 2014)

Frank Schirrmacher (* 5. September 1959 – † 12. Juni 2014)

„Im Spiel will jeder gewinnen. Jeder Zug hat nur einen Zweck: den eigenen Vorteil. Spiel und Leben funktionieren nach demselben, einfachen Prinzip: Wer gewinnen will, muss ein Egoist sein. Wissen, was der andere denkt, ist der Schlüssel zum Sieg. Aber wenn jeder gewinnen will, wird auch jeder berechenbar. Was zählt der freie Wille, wenn man berechnen kann, was der nächste Zug sein wird? Ist unsere Autonomie nur eine Illusion?“

(3Sat-Kulturzeit-Beitrag über Frank Schirrmachers Buch „Ego“, 11. Februar 2013)

Julian Draxler passt nach England


Veröffentlicht am 27. Februar 2014

„Vor der Saison hätte ich ihm geraten, auf Schalke zu bleiben. Aber so, wie die Saison gelaufen ist, und wie sich die Mannschaft mittlerweile zusammensetzt, muss er nicht unbedingt bleiben. Denn seine stärkste Position ist im Zentrum und nicht auf der Seite. Und da scheint er, weder in dieser noch in der nächsten Saison, auf Schalke zum Zug zu kommen. Insofern wäre es für ihn vielleicht sogar besser, irgendwann zu wechseln. Es muss aber nicht unbedingt der FC Bayern sein. Denn ein junger Spieler ist dort vielleicht sogar unterfordert. Es wird ihm zu leicht gemacht, mit Mitspielern, die besser sind als alle anderen. Dadurch wird es schwer, sich selbst weiterzuentwickeln. Für Julian Draxler wäre ein Umfeld wie hier in England, wo es vier, fünf Spitzenvereine gibt, bedeutend besser.“

(Felix Magath, Interview ran.de, 21. Februar 2014)