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Favre bleibt Favre


Veröffentlicht am 11. Mai 2015

„Die lauten Fernsehexperten sind abgereist. Favre verweigert sich selbst am wichtigsten Trainer-Tag seiner Bundesliga-Karriere, an dem er Gladbach wohl erstmals seit 1977 wieder in den Europacup der besten europäischen Teams geführt hat, dem Hype. Dann klopft ihm Hans Meyer auf die Schulter: «Danke für dieses wunderbare Jahr, lieber Lucien. Das war ganz stark.» Meyer, einst ein Trainer mit höchstem Unterhaltungswert und inzwischen im Präsidium der Gladbacher, kennt das Geschäft. Und ihm ist auch die dunkle Seite der Borussia bekannt. Er führte sie nach der Jahrtausendwende aus der Versenkung zurück in die höchste Liga. Außerhalb einer Kneipe in Hördistanz begießen Fans nach dem neunten Heimsieg in Serie mit Bier den Champagner-Fußball Favres. Favre bleibt Favre. Seine leise, unaufgeregte Art ist so etwas wie der sympathische Gegenentwurf zur Welt der nervösen Fußballkommentatoren.“

(Neue Zürcher Zeitung, Bericht, Ausszüge, 10. Mai 2015)

Brasilien WM 2014 (IX) – Tiger mit dem Goldfuß


Veröffentlicht am 14. Dezember 2013

Arthur Friedenreich – Tore, Tore, Tore

Guter Recherche ist es zu verdanken, dass selbst Pelé heute noch leicht ins Stocken gerät, wenn von Arthur Friedenreich (rechts) die Rede ist. Auf 1.329 Tore soll dieser einst gekommen sein – hier leistet Südamerikakorrespondent Fritz Hack (links) wertvolle Aufklärungsarbeit.

Guter Recherche ist zu verdanken, dass selbst Pelé heute noch ins Stocken gerät, wenn von Arthur Friedenreich (rechts) die Rede. Der deutsche Journalist Fritz Hack (links) rechnet nach und liefert eine Zahl zum Staunen.

Pelé hebt den Finger – „1.000 Tore, dann möge man ihn ansprechen“. Mitleidig blickt er auf das Auditorium, wie oft soll er es eigentlich noch sagen! Gemeint sind vor allem Maradona und Messi und damit wohl alle Nachbarn aus Argentinien. Bester Spieler aller Zeiten, wie kann man daran zweifeln, Edson Edison Arantes do Nascimento schüttelt milde den Kopf. 1.281 Tore zieren immerhin die Krone auf dem Haupt von „O Rei do Futebol“. Sie werden es noch lernen! Altersmilde und mit sportlich federndem Gang geht der Mann davon, der als erster Profi die Fußballmassen um den ganzen Globus bewegte. Doch bei mancher Veranstaltung rufen ihm Reporter „Friedenreich“ nach, meistens sind es englische Journalisten, die immer etwas frecher und sowieso niemals Respekt vor einem Thron. Brasilianer wissen wer gemeint, Europäer stutzen und grübeln! Ein Runzeln der Stirn wischt dann für Augenblicke das legendäre Pelé-Lächeln weg, um sich sofort wieder einzufinden. Dann gibt’s auch von ihm gnädige Worte, ein „großer Mann“ oder „wunderbarer Spieler“ und Abgang von der Szene. Richtig böse bleibt er nicht, Leistung im Fußball hat er noch immer anerkannt. Diese sowieso – zumal noch ein Landsmann. Weiterlesen