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Klassiker vs. Sport


Veröffentlicht am 2. Oktober 2014

„…man weiß nicht warum trotz des Aufschwungs bei Leibesübungen der Ausübung von Sportarten wie wie wie Tennis Fußball Rennen zu Fuß und mit dem Fahrrad Schwimmen Reiten Fliegen Siegen Tennis Kegeln Kunstlauf auf Eis und auf Asphalt Tennis Fliegen Sport Sport Wintersport Sommersport und Herbstsport Herbstsport Tennis auf Rasen auf Tanne und auf Asche Fliegen Tennis Hockey zu Lande zu Wasser und in der Luft Penicillin und Surrogate kurzum ich wiederhole zugleich parallel dazu kleiner zu werden man weiß nicht warum trotz Tennis ich wiederhole Fliegen Golf mit neun und mit achtzehn Löchern Tennis auf Eis kurz man weiß nicht warum…“

(Samuel Beckett, Warten auf Godot, 1952, Monolog Lucky, Verlag Suhrkamp 1971)

Ach was!


Veröffentlicht am 13. Februar 2014

Vico von Bülow machte sich auch über den Fußball Gedanken

„Schon vor Hunderttausenden von Jahren hatte der Mensch Freude daran, Gegenstände mit Fußtritten in rasche Bewegung zu versetzen. Allerdings ging man seinerzeit noch auf allen vieren, so dass ein Schuss aufs Tor sich meist schon in den eigenen Vorderbeinen verfing. Da begriff der Mensch, er müsse sich, wenn er erfolgreich Fußball spielen wollte, in den aufrechten Gang erheben. Und diese Erkenntnis führte, wie wir wissen, zu Tempo und Eleganz des Fußballspiels und damit auf den Weg in die Zivilisation. Politiker, Wissenschaftler und Kulturschaffende folgten Jahrtausende später. Leider gewöhnen sich seither viele Menschen an den aufrechten Gang, die gar nicht vorhaben, Fußball zu spielen. Als Erste empfanden sportinteressierte Studenten die Leistung ihrer Mittelfinger als unbefriedigend und wandten sich einem damals hier zu Lande noch weithin unbekannten Rasenspiel zu, dem Fußball, einem Spiel, bei dem der Mittelfinger nie oder nur in kritischen Situationen zum Einsatz kommt. Das Spiel stammte, wie die meisten Sportarten, bei denen es gilt, Leib und Leben zu riskieren, aus englischen, für ihre Fairness bekannten Akademikerkreisen. Seither ist es auch bei uns üblich, ein beabsichtigtes Foul dem Gegner anzukündigen mit den Worten: „Gestatten Sie, Sir . . .“ Aber da seit längerem keine Fouls mehr gespielt werden, ist dieser Vorgang kaum noch zu beobachten.“

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